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Erneuter Vandalismus am Magnus-Hirschfeld-Ufer

Die Augen der Pionier*innen Augspurg und Ulrichs wurden – wie bereits vor einem Monat – ausgebrannt

Magnus-Hirschfeld-Ufer
Die Gedenktafeln am Berliner Magnus-Hirschfeld-Ufer, die an die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung erinnern, werden wiederholt beschädigt (Archivbild/Foto: Jeff Mannes)

Die Gedenktafeln am Magnus-Hirschfeld-Ufer, die an die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung erinnern, wurden erneut beschädigt. Die Augen von Anita Augspurg und Karl Heinrich Ulrichs wurden – wie bereits vor einem Monat – ausgebrannt.

Die Anzeige ging laut Polizei am Montagnachmittag über die Internetwache der Polizei Berlin ein, woraufhin sich Beamte auf dem Weg zum Denkmal im Magnus-Hirschfeld-Ufer machten. An den dortigen Tafeln stellten sie zerkratzte Gesichter der darauf abgebildeten Personen fest, die zudem auch noch ausgebrannt wurden. Der Polizeiliche Staatschutz beim LKA hat die weiteren Ermittlungen zu der gemeinschädlichen Sachbeschädigung übernommen.

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Ähnliche Beschädigungen fanden sowohl im Herbst 2018 als auch im Sommer 2017 statt. Vorausgegangen waren zahlreiche weitere Sachbeschädigungen.

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«Die in jahrelanger Arbeit mühevoll aufgebauten Gedenk- und Erinnerungsorte für die homosexuelle Verfolgungs- und Emanzipationsgeschichte wurden allein in diesem Jahr schon mehrfach beschädigt», erklärt Jörg Steinert, Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg. «Vandalismus ist keine Bagatelle. Diese Straftaten sind ein großes Ärgernis und zeugen von Hass und Respektlosigkeit.»

Laut Bundesinnenministerium wurden in den ersten acht Monaten dieses Jahres bislang 42 Sachbeschädigungen gemeldet, «die dem Themenfeld sexuelle Orientierung zugeordnet sind» (MANNSCHAFT berichtete). Im gesamten Vorjahreszeitraum waren nach Angaben der Bundesregierung 25 Sachbeschädigungen aus Hass auf LGBTQ gemeldet worden. In den Jahren davor waren es 23 (2017), 20 (2016) und 10 (2015).

76 Prozent der Mitglieder des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg sprachen sich im vergangenen Jahr für eine Videoüberwachung von Gedenk- und Erinnerungsorten aus (MANNSCHAFT berichtete).

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