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Neue Verhaftungen von schwulen und bisexuellen Männern in Tschetschenien

In Tschetschenien haben Behörden angeblich wieder mit der Verfolgung und Verhaftung von schwulen und bisexuellen Männern begonnen. Die russische Organisation «LGBT Network» habe entsprechende Hinweise aus der tschetschenischen Bevölkerung erhalten, schreibt Enrique Torre Molina der LGBT-Bürgerrechtsbewegung allout.org in einer Pressemitteilung am 7. Juli.

«Vor knapp 100 Tagen wurde die Welt auf die anti-homosexuelle Säuberung in Tschetschenien aufmerksam», so Torre Molina. «Über 100 Männer wurden von den staatlichen Behörden verfolgt, verhaftet, in Gefängnissen gesteckt und gefoltert, weil man sie für schwul hielt. Andere Gefangene kämpften um ihr Leben, als man sie an ihre Familien übergab mit der Aufforderung, sie umzubringen und somit den Familiennamen reinzuwaschen.»

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G20-Staatschef sollen handeln
LGBT Network und Allout.org riefen den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf, die Verhaftungen in Tschetschenien sofort und endgültig zu beenden. Zudem sollten die G20-Staatschefs «von Präsident Putin eine vollständige, unabhängige und unparteiische Untersuchung der bereits stattgefundenen Misshandlungen fordern.»

Präsident Putin hatte im Mai bereits eine Untersuchung angeordnet, obwohl er in einem Statement die Existenz solcher Gefängnissen bezweifelte.

Auch Tschetscheniens Präsident Ramsan Kadyrow wies die Vorwürfe einer anti-homosexuellen Säuberung in Tschetschenien zurück. Es gäbe keine Homosexuellen in seinem Land. «Man kann keine Menschen festnehmen oder unterdrücken, die nicht existieren.»

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«Meine Kollegen und ich haben mit eigenen Augen den Schmerz und das Leid der Menschen gesehen, welche die Gräuel der illegalen Verhaftung und Folter überlebt haben», sagte Igor Kotschetkow von LGBT Network. «Russland wird seiner Aufgabe nicht gerecht, den Bürgerinnen und Bürgern ein Leben in Sicherheit zu gewähren und diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die für diese entsetzlichen Gewalttaten verantwortlich sind. Wir appellieren an die G20-Staatschefs, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen und ihren Teil beizutragen, dass unschuldige Zivilpersonen in Tschetschenien geschützt werden.»

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