Wien hat sein erstes queeres Bildungszentrum
Ein sicherer Raum für LGBTIQ und die Förderung von Vielfalt
Das queere Bildungszentrum in Wien soll ein Safe Space für queere Menschen sein. Des weiteren wird es dort professionelle Aus-, Fort- und Weiterbildung im queeren Bereich geben.
Für den Wiener Vizebürgermeister und Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos) ist die Eröffnung des ersten queeren Bildungszentrums in Österreich ein wichtiger Schritt: «LGBTIQ-Personen haben besondere Anliegen, denen wir durch professionelle Begleitung so entsprechen, wie es die Personen verdient haben. Hier wird das erste queere Bildungszentrum Österreichs einen ganz wichtigen Beitrag leisten», betont Wiederkehr.
Das queere Bildungszentrum liegt im sechsten Wiener Stadtbezirk in der Windmühlgasse 15. Seit Dezember 2022 wurden die dafür vorgesehenen Räumlichkeiten umgebaut. Seit Kurzem ist die Sanierung abgeschlossen. Der Standort ist für queere Menschen gut zu erreichen. In der Nähe befinden sich viele queere Lokale und Einrichtungen.
Ein weiterer Vorteil ist, dass im gleichen Gebäude auch die Beratungsstelle Courage untergebracht ist. Dabei handelt es sich um die erste im Sinne des österreichischen Familienberatungsförderungsgesetzes und der Stadt Wien anerkannten Beratungsstelle für gleichgeschlechtliche und trans Lebensweisen.
Courage bietet schon seit vielen Jahren kostenlos und anonym Beratung vor allem für Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans Personen und ihre Angehörige an. Mittlerweile gibt es Courage nicht nur in Wien, sondern auch in vielen weiteren österreichischen Landeshauptstädten wie in Graz, Salzburg, Innsbruck, Linz und Klagenfurt.
Laut Wiens Vizebürgermeister Wiederkehr hat das queere Bildungszentrum mehrere Aufgaben. So sollen die Räumlichkeiten ein Safe Space sein, damit sich queere Personen unterschiedlicher Altersgruppen über ihre Erfahrungen austauschen können. Gleichzeitig sollen im Zentrum sowohl Gruppentreffen als auch Schwerpunktseminare abgehalten werden.
Ziel ist es, das Verständnis und die Akzeptanz für queere Lebensweisen zu fördern. Dazu werden im Bildungszentrum unterschiedliche Aus-, Fort- und Weiterbildungslehrgänge in sexueller Bildung, Sexualberatung, Sexualtherapie und Vielfalt von Geschlechtsvariationen angeboten werden.
Laut Johannes Wahala, Leiter der Beratungsstellen Courage und Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Sexualwissenschaften (ÖGS), erkennt man eine auf Respekt gründende Gesellschaft daran, «dass die darin lebenden Menschen die Vielfalt der individuellen Lebensentwürfe als gleichwertig wahrnehmen, akzeptieren und als Bereicherung für sich und die Gesellschaft sehen».
Queere Bildungsarbeit mache es sich laut Wahala zur Aufgabe, ein Bewusstsein für die geschlechtliche und sexuelle Vielfalt von Menschen zu schaffen. «Sie regt dazu an, sich mit queeren Lebensrealitäten auseinanderzusetzen, um Diskriminierung im Alltag zu erkennen und selbstbewusst dagegen aufzutreten», betont Wahala. Queere Bildungsarbeit sei somit ein wichtiger Schritt hin zu einer gerechten und inklusiven Gesellschaft, in der sich alle Menschen gleichermassen entfalten können.
Queere Bildung ist daher ein Recht der Menschen in unserer modernen pluralistischen Gesellschaft
Wolfgang Wilhelm, Leiter der Wiener Antidiskriminierungsstelle für LGBTIQ-Angelegenheiten (WASt), hielt bei der Eröffnung des queeren Bildungszentrums den Festvortrag. Er unterstrich darin: «Vielfalt der Orientierungen, der Geschlechter und der Identitäten ist heute nicht mehr nur Gegenstand der pädagogischen und psychosozialen Arbeit. Sie ist gesellschaftliche Realität und Herausforderung gleichermassen. Queere Bildung ist daher ein Recht der Menschen in unserer modernen pluralistischen Gesellschaft. In diesem Sinne wünsche ich dem queeren Bildungszentrum viel Sichtbarkeit, Aufmerksamkeit und einen prominenten Platz im notwendigen gesamtgesellschaftlichen Diskurs».
Das queere Bildungszentrum ist nicht die einzige Einrichtung für queere Menschen, die von der Stadt Wien gefördert wird. 2024 soll in Ottakring das erste queere Jugendzentrum Österreichs eröffnet werden. Derzeit werden die Räumlichkeiten umgebaut und adaptiert. Das queere Jugendzentrum wird wie auch das queere Bildungszentrum, «gute Sichtbarkeit nach aussen und andererseits einen sicheren und geschützten Raum nach innen» bieten, wie die Verantwortlichen der Stadt Wien betonen.
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