Ablehnung durch Familie ist schädlichste Form der Queerfeindlichkeit
Über 80'324 Menschen wurden für eine Studie befragt
Eine Studie in 153 Ländern untersucht das Wohlbefinden von LGBTIQ anhand von drei Dimensionen: in der Familie, in der Gesellschaft sowie die wirtschaftliche Lage.
Queers erfahren weltweit ungleiche Behandlung. Mehrere Faktoren tragen auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Ebenen zu dieser Diskriminierung bei und führen zu schlechteren Lebensbedingungen. In einer Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Human Behaviour veröffentlicht werden soll, stellen Forschende des Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) der Universität Aix-Marseille und UNAIDS einen Zusammenhang zwischen LGBTIQ-Feindlichkeit und ungünstigen sozioökonomischen Bedingungen her. Dieses Ergebnis beruht auf der Analyse der Manifestation von Vorurteilen auf institutioneller, gemeinschaftlicher und familiärer Ebene.
Basierend auf den Ergebnissen des «Global LGBTQ+ Happiness Survey» – einer internationalen Umfrage in 153 Ländern mit 82'354 Teilnehmenden – die in Zusammenarbeit mit UNAIDS und der LGBT Foundation durchgeführt wurde, charakterisiert die Studie LGBTIQ-Feindlichkeit in Institutionen, Gesellschaft und Familien. Sie zeigt: Ablehnung durch die Familie ist die schädlichste Form der Queerfeindlichkeit für das Wohlbefinden der Betroffenen. Details wurden noch nicht bekannt.
Die Autor*innen zeigen zudem einen Zusammenhang zwischen Queerfeindlichkeit und einem ungünstigen sozioökonomischen Status auf: Je prekärer die wirtschaftliche Lage einer Person ist, desto stärker erfährt sie Ablehnung, und umgekehrt. Diese Korrelation ist demnach in Ländern mit den grössten wirtschaftlichen Ungleichheiten besonders ausgeprägt.
Teilnehmende aus dem Nahen Osten und Nordafrika berichteten über das niedrigste subjektive Wohlbefinden (Mittelwert 4,78), gefolgt von Osteuropa und Zentralasien (Mittelwert 5,22).
Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, so die Autor*innen, die spezifische Vulnerabilität bei der Entwicklung von Massnahmen zur Bekämpfung von Diskriminierung gegenüber LGBTIQ zu berücksichtigen. In einem globalen Kontext stelle LGBTIQ-Feindlichkeit ein erhebliches Risiko für das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit der betroffenen Communitys dar.
Die Studie ist der erste Teil eines Forschungsprogramms, das analysiert, wie sich eine Verschlechterung des Wohlbefindens auf die Fähigkeit von Personen auswirken kann, mit sozialen Risiken wie einem Anstieg unsicherer Sexualpraktiken und der Verbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten umzugehen.
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