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Wie queer ist … Timothée Chalamet?

10 Gründe, warum der US-amerikanisch-französische Schauspieler ein wichtiger LGBTIQ-Verbündeter ist

Timothée Chalamet
Timothée Chalamet in «Call Me By Your Name»

Der gebürtige New Yorker hat mit seinen 25 Jahren schon einiges erreicht. Und seinen Ruf als Straight Ally hat Timothée Chalamet nicht nur wegen seiner Rolle als junger Elio in «Call Me By Your Name» …

#1 Call Me By Your Name
Erste grössere Rollen hatte Timothée Chalamet schon als Jugendlicher, etwa in der Serie «Homeland» oder als Sohn von Matthew McConaughey in „Interstellar“. Doch der Durchbruch gelang dem gebürtigen New Yorker als Elio in der Romanverfilmung «Call Me By Your Name“ des schwulen Regisseurs Luca Guadagnino. Die Geschichte einer schwulen Sommerliebe entpuppte sich 2017 als einer der erfolgreichsten und schönsten queeren Filme der letzten Dekade. Sie brachte Chalamet nicht nur Oscar- und Golden Globe-Nominierungen ein, sondern machten ihn zum Star – und Jungs- wie Mädchenschwarm gleichermaßen

#2 Die Herzschmerz-Tränen
Unvergessliche Szenen gibt es in «Call Me By Your Name» viele, vom Pfirsich-Wichsen bis zu einem berührenden Vater-Sohn-Gespräch. Doch keine traf das Publikum so zielsicher ins Herz wie die letzte, in der Timothée Chalamet als Elio seinem gebrochenen Herzen freien Lauf lässt und eine gefühlte Ewigkeit ins Kaminfeuer starrt während die Tränen kullern. Kein junger queerer Mensch weit und breit, der sich darin nicht wiedererkannt hätte.

#3 Sein Modegeschmack
Zwar treibt es der am 27. Dezember 1995 geborene Sohn einer Amerikanerin und eines Franzosen modisch nicht ganz so wild und exzentrisch wie seine Kollegen Billy Porter und Ezra Miller. Aber auf langweilige Standardoutfits wie Smoking mit Fliege hat er bei Fotoshootings oder auf roten Teppichen trotzdem selten Lust. Mit Queerness und Androgynität flirtet er in Sachen Styling auf jeden Fall gerne, sei es im Blumenanzug von Alexander McQueen 2018 bei der Londoner Premiere von «Beautiful Boy» oder ein paar Monate später mit glitzerbesetzter Mischung aus Harness und Hosenlatz von Louis Vuitton bei den Golden Globes.


#4 Symbol der neuen Männlichkeit
Wo Hollywoods Jungstars sonst ordentlich ihre Muskeln aufpumpen müssen, um in grossen Blockbuster-Rollen besetzt zu werden, setzt Chalamet lieber auf schmächtige Knabenhaftigkeit, zur Schau gestellte Verletzlichkeit und verkopfte Intellektualität. Zum «Symbol einer neuen Männlichkeit» wurde er deswegen schon in der Presse ausgerufen, auch als «perfekter Filmstar für unsere Zeit».

Er selbst formulierte es im Gespräch mit dem vom Typ her nicht unähnlichen Harry Styles für das Magazin i-D vor ein paar Jahren so: «Ich würde gerne wissen, ob die Rollen, die ich spiele, für eine gewisse Veränderung sorgen. Männlichkeit wird heute nicht von einer bestimmten Hosengrösse, Muskelshirts, Sexvorlieben oder Drogenmissbrauch definiert. Das ist aufregend, eine schöne neue Welt. Und unsere Generation ist froh darüber, Dinge auf neue Art zu machen.»

Timothée Chalamet
Timothée Chalamet auf dem Cover der GQ

#5 Spenden für LGBTIQ-Organisationen
Als man Chalamet 2019 auf dem Roten Teppich der Golden Globes anbot, an Ort und Stelle 1000 Dollar an eine wohltätige Organisation seiner Wahl zu spenden, kam die Antwort wie aus der Pistole geschossen. Das Geld ging direkt an das LGBT-Center in New York. Auch als er später seine komplette Gage für den Woody Allen-Film «A Rainy Day in New York» spendete, kam das Zentrum zum Zug, genau wie die Organisationen TimesUp oder RAINN, wo man sich gegen sexuelle Gewalt engagiert.


#6 Madonna als Beinahe-Schwiegermama
Zugegeben: wenn ein junger Mann während der High School ein nettes Mädchen datet, macht ihn das nicht queer. Wenn die Mutter des Mädchens allerdings niemand anderes ist als Madonna, darf man als schwuler Fan natürlich doch kurz aus dem Häuschen sein. Tatsächlich war Chalamets Freundin während seiner Zeit an LaGuardia High School of Music & Art and Performing Arts eine gewisse Lourdes Leon. Seither war er ausserdem mit Lily-Rose Depp liiert und ist aktuell angeblich mit seiner mexikanischen (und fünf Jahre älteren) Kollegin Eiza González zusammen.

#7 Liebe für Frank Ocean…
Dass Chalamet auf Rap steht, ist kein Geheimnis. Dank Ellen DeGeneres machte sogar mal ein Jugendvideo von ihm die Runde, in dem er sich selbst als Little Timmy Tim am Hip-Hop versucht. Sein eigener Lieblingskünstler ist dabei – neben Kid Cudi – der queere Frank Ocean. Für die Coverstory des Magazins VMan telefonierten die beiden 2018 sogar miteinander.

#8 … andere queere Künstler*innen
Über 11,5 Millionen Abonnent*innen hat Chalamet auf Instagram, er selbst dagegen ist eher wählerisch – und folgt nur knapp 100 Accounts. Darunter sind ziemlich viele queere Künstler*innen: neben Frank Ocean unter anderem Regisseur Xavier Dolan, Schauspielerin Hunter Schafer («Euphoria»), Ben Platt, Beanie Feldstein oder Justice Smith.

#9 Nackt in der Wanne im neuen Film
Eigentlich sollte Chalamets neuer Film «The French Dispatch», eine schräge Ensemble-Komödie von Wes Anderson (u.a. mit Tilda Swinton, Bill Murray und Saoirse Ronan) schon 2020 in die Kinos kommen, dank Corona dauert es nun noch ein paar weitere Monate. Der Trailer verrät allerdings schon, dass er darin nackt in einer Badewanne sitzen wird, was die Vorfreude natürlich steigert. Fast noch spannender: Im Herbst wird er sich in «Dune» die Leinwand mit doppelt geballtem Sexappeal in Form von Oscar Isaac und Zendaya teilen.

#10 We Are Who We Are
Am 7.3. startet beim Streamingdienst Starzplay die tolle, ungemein queere Serie «We Are Who We Are». Verantwortlich dafür ist niemand anderes als «Call Me By Your Name»-Regisseur Luca Guadagnino. Der überredete seinen Kumpel zu einem Besuch am Set in Italien – und in einer Szene läuft Chalamet nun tatsächlich einmal kurz im Hintergrund an einem Fenster vorbei. Was man allerdings nur erkennt, wenn man es weiss – und im richtigen Moment die Pausetaste drückt. Demnächst wollen die beiden bei der Gruselromanze «Bones & All» aber auch wieder richtig zusammenarbeiten. Ob es obendrein auch noch zur lange erwarteten Film-Fortsetzung von «Call Me By Your Name» kommen wird (MANNSCHAFT berichtete), steht dagegen bis auf weiteres in den Sternen.


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