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Wie queer ist … Jake Gyllenhaal?

Was macht den «Brokeback Mountain»-Schauspieler zum LGBTIQ Verbündeten?

Jake Gyllenhaal
Jake Gyllenhaal (Foto: picture alliance / dpa)

Vor 30 Jahren spielte er in «City Slickers» seine erste Kinorolle, vor 20 gelang ihm mit «Donnie Darko» der Durchbruch und zuletzt war er in «Spider-Man: Far From Home» zu sehen. Doch Jake Gyllenhaal ist nicht nur talentiert und gut aussehend, sondern auch ein LGBTIQ-Verbündeter.

#1 Brokeback Mountain
Schwulenikone ehrenhalber ist Jake Gyllenhaal spätestens seit 2005. Damals spielte er Jack Twist, einen der beiden Protagonisten im schwulen Liebesdrama «Brokeback Mountain» von Ang Lee. Aus heutiger Sicht mag es Aspekte an dieser Kurzgeschichten-Adaption nach Annie Proulx geben, die nicht mehr ganz zeitgemäss sind, von der Tatsache, dass hier zwei heterosexuelle Schauspieler die Hauptrollen spielen, bis hin zum tragisch endenden Leidensnarrativ. Doch damals war eine prominent besetzte, Oscar-prämierte Hollywood-Produktion über zwei verliebte Cowboys in den 60ern ein echter Meilenstein. Und ein guter Film ist «Brokeback Mountain» bis heute.

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#2 Bester Kuss
Für ihre Rollen in «Brokeback Mountain» wurden Gyllenhaal und Filmpartner Heath Ledger nicht nur für Oscars nominiert, sondern auch bei den MTV Movie Awards in der Kategorie Bester Kuss ausgezeichnet. Die beiden waren nicht das erste Männer-Duo, das den Preis bekam (das waren 2002 Jason Biggs und Seann William Scott für «American Pie»). Aber sie waren die ersten, die für ernsthafte schwule Intimität ausgezeichnet wurden. Erst 2017 und 2018 stimmten die MTV-Fans dann erneut für queere Knutschereien, dank «Moonlight» und «Love, Simon».

#3 Gerüchteküche
Das Gerücht, womöglich nicht heterosexuell zu sein, gibt es über fast jeden männlichen Schauspieler irgendwann einmal. Bei Gyllenhaal hielt es sich nach „Brokeback Mountain» (und Promi-Beziehungen u.a. zu Kirsten Dunst, Reese Witherspoon und Taylor Swift) besonders hartnäckig. Gestört hat er sich daran nie. «Ist doch schmeichelhaft, wenn es Gerüchte gibt, dass ich bisexuell bin. Dann komme ich für mehr Rollen in Frage», sagte er mal dem US-Magazin Out. «Die Leute können mich nennen wie sie wollen. Ich habe mich eigentlich nie auf sexuelle Weise zu Männern hingezogen gefühlt. Aber ich hätte auch keine Angst davor, wenn das mal geschieht.»


Jake Gyllenhaal
Foto: Netflix

#4 Die Kunst des toten Mannes
«Brokeback Mountain» ist längst nicht Gyllenhaals einzige queere Rolle. Im satirischen Horrorfilm «Die Kunst des toten Mannes» (Originaltitel: «Velvet Buzzsaw», zu sehen auf Netflix) spielt er den Kunstkritiker Mort Vandewalt, der sich trotz Boyfriend auf eine Affäre mit einer Kunsthändlerin einlässt – und von Visionen heimgesucht wird, als er sich mit den mysteriösen Hinterlassenschaften eines verstorbenen Malers hinterlässt.

#5 Fun Home
Eine weitere queere Rolle für Gyllenhaal könnte folgen. Zumindest hat er sich die Filmrechte am Broadway-Musical «Fun Home» gesichert. Das Tony-prämierte Stück basiert auf der gleichnamigen, autobiografischen Graphic Novel von Alison Bechdel und handelt von deren Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Sexualität und ihrem schwulen Vater. Letzteren würde Gyllenhaal in einer Verfilmung dann gerne selbst spielen.

#6 Lesbische Businesspartnerin
Zusammen mit der lesbischen Produzentin Riva Marker (die unter anderem an «The Kids Are All Right» beteiligt war) gründete Gyllenhaal 2015 seine Firma Nine Stories. Seither beteiligten sie sich nicht nur an Filmen, in denen er selbst die Hauptroller übernahm (wie etwa «Stronger» oder «Wildlife»), sondern brachten auch Werke wie «The Devil All the Time» (zu sehen bei Netflix) oder «Breaking News in Yuba County» (ab 24.6. im Kino), die neue Komödie des schwulen Regisseurs Tate Taylor, an den Start. Nächster Streich: «Good Joe Bell», in dem Mark Wahlberg nach wahren Begebenheiten den Vater eines queeren Teenagers spielt.


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#7 Arbeit mit schwulen Regisseuren
Nicht nur als Produzent, auch als Schauspieler arbeitet Gyllenhaal regelmässig mit schwulen Regisseuren zusammen. Am Broadway stand er 2015 unter der Regie von Dick Scanlan in Howard Ashmans Musical «Little Shop of Horror» auf der Bühne, und bereits sein New Yorker Theaterdebüt hatte er 2012 in «If There Is I Haven’t Found It Yet» in der Inszenierung von Michael Longhurst gegeben. Fürs Kino drehte er nicht nur mit Roland Emmerich («The Day After Tomorrow»), sondern auch mit Tom Ford, in dessen «Nocturnal Animals» er neben Amy Adams die Hauptrolle spielte.

#8 Schwule Patenonkel
Gyllenhaal ist nicht nur selbst Patenonkel von Heath Ledgers Tochter Matilda, sondern hat auch selbst diverse Pateneltern. Darunter, weil er als Sohn eines Filmemachers und einer Drehbuchautorin in der Filmbranche von Los Angeles aufwuchs, auch Paul Newman und Jamie Lee Curtis. Und auch ein schwules Paar gehört zu seinen Patenonkeln. «Der Gedanke, dass sich zwei Männer ineinander verlieben können, war für mich schon immer eine Selbstverständlichkeit», gab er mal mit Blick auf die beiden.

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#9 Flirt mit Tom Holland
Seit sie gemeinsam für «Spider-Man: Far From Home» vor der Kamera standen, zelebrieren Gyllenhaal und Tom Holland gerne ihrer Freundschaft als Bromance. Ob bei Presseauftritten oder in sozialen Netzwerken – die beiden liessen keine Gelegenheit aus, zu kuscheln und zu flirten. «We’re getting married» schrieb Gyllenhaal im Herbst 2019 unter ein Instagram-Foto der beiden von einer Fan-Convention. Und in den Corona-Anfangstagen postete Holland ein älteres Video der beiden mit den Worten «Missing my husband».

Jake Gyllenhaal
Foto: Jarhead/United International Pictures (UIP)

#10 Nacktszenen
Manche Schauspieler zieren sich nach wie vor, vor der Kamera blank zu ziehen. Doch Gyllenhaal hatte damit noch nie Probleme – und scheint im Gegenteil besondere Freude daran zu haben, seinen Fans jeglichen Geschlechts möglichst oft nackte Haut zu präsentieren. Die Liste der Filme, in denen er in manchen Szenen wenig bis gar nicht bekleidet ist, ist jedenfalls lang und umfasst ausser «Brokeback Mountain» unter anderem «Jarhead – Willkommen im Dreck», «Love and Other Drugs», «Demolition», «Southpaw», «Nocturnal Animals», «Stronger» und «Die Kunst des toten Mannes».


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