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«Weit weg von Akzeptanz»: SRF-DOK-Film über Hass gegen LGBTIQ

Der Film von Barbara Frauchiger und Béla Batthyany erzählt von Diskriminierung und Gewalt

SRF-DOK-Film
Bild aus «Hass gegen LGBTQ – Von Diskriminierung und Widerstand» (Bild: SRF)

Ein neuer DOK-Film beschäftigt sich mit der Lage von LGBTIQ in der Schweiz und lässt dabei Opfer von homophober Diskriminierung zu Wort kommen. «Unsere Gesellschaft ist noch weit weg von Akzeptanz und Toleranz», sagt Co-Autorin Barbara Frauchiger gegenüber MANNSCHAFT.

Der SRF-DOK-Film «Hass gegen LGBTQ – Von Diskriminierung und Widerstand» erzählt von roher Gewalt, Herabsetzung und innerer Not. Es geht um die Diskriminierung zweier werdender Mütter, um das Schicksal eines Schwulen, der als Gastarbeiter-Sohn in einem durch und durch homophoben Umfeld aufgewachsen ist, und um die Ausgrenzung eines lesbischen Paars in der Freikirche.

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Noch erschütternder ist die Geschichte von Lenny: Der 23-jährige erlebte eine Attacke, die sein Leben für immer veränderte. Vor zwei Jahren lief Lenny einer alkoholisierten Gruppe über den Weg. Die jungen Männer drangsalierten ihn und nannten ihn eine Schwuchtel. Einer der Täter schlug Lenny eine Bierflasche über den Kopf. Seit dem Schlag ist Lenny auf einem Ohr taub. Den Traum von einer Karriere als Musiker musste er aufgeben. Zudem leidet er seit dem Angriff unter einer posttraumatischen Belastungsstörung und ist in psychiatrischer Betreuung.


Differenziertes Bild
Es waren die homophoben Vorfälle in Zürich Anfang 2020, die Barbara Frauchiger und Béla Batthyany zu diesem Projekt bewegten. «Wir waren erschüttert darüber und fragten uns, wie so etwas in unserer sogenannt toleranten Gesellschaft möglich ist», sagt Co-Autor Batthyany. «Daraus entstanden dann auch die Leitfragen für unseren DOK Film: Wie verbreitet ist Homofeindlichkeit in der Schweiz, in welchen unterschiedlichen Formen tritt sie auf und warum ist sie immer noch so präsent?»

Sie möchten ein differenziertes und subtiles Bild der Probleme und Herausforderungen von LGBTIQ-Menschen in der Schweiz zeichnen und die Thematik sichtbarer machen. Viele – in ihrem Umfeld und redaktionsintern – hätten nicht recht verstanden, dass heutzutage dafür noch eine Notwendigkeit bestehe, sagt Frauchiger. Dies änderte sich allerdings, nachdem sie das Resultat gesehen hatten. Der Film zeigt nämlich: Die Schweizer Gesellschaft ist noch weit weg von einem «normalen» und toleranten Umgang mit LGBTIQ-Menschen.

Mit Sichtbarkeit zu Akzeptanz
Immer wieder tauchen in den unterschiedlichen Geschichten Demütigung und Diskriminierung auf. Dabei komme der SRF-DOK-Film ganz ohne Expert*innen aus und stelle das subjektive Empfinden der Opfer in den Vordergrund, sagt Frauchiger. «Auch wollten wir unbedingt ihr Umfeld einbeziehen.»


Einer von den porträtierten Menschen ist Pascal Pajic, über den MANNSCHAFT bereits zuvor berichtet hatte. Seine Kolleg*innen kommen mit ihm zum Schluss, dass es das Beste wäre, hätte jede Gruppe von Freund*innen eine LGBTIQ-Person. Sichtbarkeit als Schlüssel zur Akzeptanz. «Deshalb habe ich auch so grossen Respekt für alle, die vor der Kamera ihre Geschichte erzählt haben», sagt Barbara Frauchiger.

Der SRF-DOK-Film «Hass gegen LGBTQ – Von Diskriminierung und Widerstand» läuft am kommenden Donnerstag um 20:05 Uhr auf SRF 1 und ist danach auch in der Mediathek zu finden.


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