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US-Wahl 2020: LGBTIQ verdoppeln Support für Donald Trump

Gemäss Nachwahlbefragungen stimmten etwa 28% für den US-Präsidenten

Donald Trump Nachwahlbefragungen
Verkehrt: Donald Trump schmückte sich im US-Wahlkampf 2016 mit einer Regenbogenfahne und dem Support seiner queeren Anhänger (Foto: Screenshot)

Trotz trans Verbot im Militär und homophoben Richter*innen: Trump hat seine Beliebtheit bei LGBTIQ-Wähler*innen im Vergleich zu 2016 etwa verdoppelt. Dies zeigen zumindest die Ergebnisse der Nachwahlbefragungen von rund 15’600 Menschen, die am 3. November ihre Stimme abgegeben haben.

Donald Trumps Liste mit Attacken gegen LGBTIQ-Rechte ist lang. Das verwundert nicht, ist der noch amtierende US-Präsident doch darauf bedacht, bei seiner konservativen Basis und ihren evangelikalen Christ*innen zu punkten. Dennoch scheint seine Amtszeit mit ihren schlimmen Folgen für die Community bei nicht wenigen LGBTIQ gut angekommen zu sein. Zumindest zeigen dies die Zahlen der traditionellen Nachwahlbefragungen, der sogenannten Exit Polls.

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Biden schwächer als Clinton
Die Times befragte rund 15’600 Personen, die am 3. November ihren Wahlzettel abgaben. Etwa 7 Prozent davon bezeichneten sich selbst als LGBTIQ. 28 Prozent von ihnen haben für Trump gestimmt. Nur 61 Prozent der LGBTIQ-Stimmen gingen an den Herausforderer Joe Biden.

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Das ist verhältnismässig wenig, da vor vier Jahren die gescheiterte Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton 78 Prozent der Community von sich überzeugen konnte. Dass Biden also national besser abschneiden wird als Clinton, schafft er nicht dank, sondern trotz LGBTIQ.

Scheinheilige Bemühungen
Es gab einige Bemühungen aus dem Trump-Lager, queere Wähler*innen zu gewinnen. Das übernahmen vor allem First Lady Melania Trump sowie Richard Grenell, der schwule Ex-Botschafter in Berlin. Dieser war auch bei der «Trump-Pride» mit von der Partie (MANNSCHAFT berichtete).

Diese «Pride» wirkt scheinheilig, wenn man bedenkt, was Trump den Menschen angetan hat, die er angeblich mit dieser Pride feiern will. Dazu gehören etwa die Schwächung des Diskriminierungsschutzes, Budgetkürzungen für die HIV-Forschung und die Streichung der von Barack Obama eingeführten Freizügigkeit für trans Menschen an Schulen und Unis. Nicht zu vergessen auch das absurde trans Verbot fürs US-Militär (MANNSCHAFT berichtete).

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Homophobe Richter*innen
Doch vermutlich richtete der US-Präsident mit der Ernennung konservativer Richter*innen den grössten Schaden an. Zuletzt mit der umstrittenen Nominierung für den Supreme Court von Amy Coney Barrett (MANNSCHAFT berichtete).

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Die strenggläubige Katholikin ist Abtreibungsgegnerin und hält nicht viel von LGBTIQ-Rechten. Sie war fast drei Jahre lang im Vorstand privater christlicher Schulen tätig, die den Zugang zu Kindern von gleichgeschlechtlicher Eltern effektiv untersagte. Auch offen schwule und lesbische Lehrer waren im Klassenzimmer nicht willkommen.

Sollte Trump die Wiederwahl noch gelingen, wird Barrett nicht die letzte von ihm ernannte Verfassungsrichterin gewesen sein. Da dies eine Berufung auf Lebzeiten ist, kann der US-Präsident die Gesellschaft noch weit über seine Amtszeit hinaus prägen.

Andere Prioritäten?
In diesem Kontext ist das Resultat der Nachwahlbefragungen überraschend. Vielleicht gibt es aber ganz andere Gründe, weshalb Trump den Rückstand in der LGBTIQ-Community auf die Demokrat*innen von 62 auf 33 Prozentpunkte reduzieren konnte.

So könnten sich manche von ihnen durchaus angesprochen fühlen von Trumps nationalistisch-konservativen Phrasen. Verwunderlich bleibt hierbei jedoch, dass sie diese Themen bei ihrer Wahlentscheidung höher gewichten als ihre eigene Freiheit.

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