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Schaufenster bei LGBTIQ-Verein in Graz eingeschlagen

In der Nacht zuvor waren die Synagoge und das Gemeindehaus der Jüdischen Gemeinde Ziel eines Vandalenaktes geworden

Graz
Foto: RosaLila PantherInnen

Zwei Schaufenster beim Vereinslokal der RosaLila PantherInnen in Graz, der steirischen LGBTIQ-Organisation, sind in der Nacht auf Donnerstag eingeschlagen worden.

Die im Herbst 1991 gegründete schwul-lesbische Arbeitsgemeinschaft Steiermark arbeitet auf gemeinnütziger Basis im sozialen, politischen und gesellschaftlichen Bereich, quer durch alle Generationen und Schichten. Seit 1996 betreibt sie das «feel free», ein Beratungs- und Kommunikationszentrum

Nun wurden die Scheiben eingeschlagen. Da nichts gestohlen wurde, dürfte laut Polizei von einer mutwilligen Sachbeschädigung auszugehen sein. Anrainer hatten gegen 0.30 Uhr Lärm gehört, von dem oder den Tätern fehlt aber noch jede Spur, schreiben die Salzburger Nachrichten.

«Letzte Nacht wurde das Schaufenster unseres Vereinslokals eingeschlagen. Das beweist wieder, dass unsere Arbeit noch lange nicht getan ist. Dass es den CSD für Sichtbarkeit braucht. Dass wir weiterhin für Akzeptanz und Gleichberechtigung eintreten. Dass unsere Arbeit wertvoll ist und wir uns weiter für die Rechte der LGBTIA Community stark machen», teilten die PantherInnen am Donnerstag bei Facebook mit.


Aufgeben komme aber nicht in Frage. «Wir machen weiter bis der Hass ein Ende nimmt», erklären die österreichischen Aktivist*innen. Im April war eine Scheibe am Schwulen Museum im Berlin zerstört worden (MANNSCHAFT berichtete).

In der Nacht zuvor waren die Synagoge und das Gemeindehaus der Jüdischen Gemeinde Graz Ziel eines Vandalenaktes geworden. Ein bisher unbekannter Täter besprühte das historische Ziegelwerk des Gotteshauses sowie die Fassade des benachbarten jüdischen Gemeindehauses dabei mit propalästinensischen Parolen. Laut Angabe der Jüdischen Gemeinde Graz entstand insbesondere durch die Beschmierung des aus Ziegeln der 1938 zerstörten Synagoge gebildeten Sichtziegelgürtels hoher Sachschaden.

«Das zeigt sehr deutlich, dass in der Stadt der Menschenrechte noch ein sehr weiter Weg hin zu einer offenen und vielfältigen Gesellschaft zu gehen ist. Hass auf die LGBTIA Community ist zutiefst zu verurteilen und hat in Österreich nichts verloren», so NEOS-Klubobmann Niko Swatek zu den neuen Vorfällen. Swatek will die PantherInnen mit einer Spende unterstützen und einen Beitrag zur schnellen Reparatur des Lokales leisten.


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Die Sozialistische Jugend Steiermark, die sozialdemokratische LGBTIQ-Organisation SoHo sowie die Grazer SPÖ zeigten ebenfalls Solidarität mit dem Verein: «Homo- und Transphobie haben in Graz und ganz Österreich keinen Platz», sagte der ehemalige SPÖ-Bundesrat Mario Lindner laut Salzburger Nachrichten.

«Feige Angriffe wie dieser, mit denen die LGBTIQ-Community und engagierte Gleichstellungs-Aktivist*innen eingeschüchtert werden sollen, dürfen niemals ohne Konsequenzen bleiben. Wir werden umso stärker weiter gegen Hass, Diskriminierung und Gewalt kämpfen.» In Salzburg war zuvor eine Regenbogenbank beschmiert worden (MANNSCHAFT berichtete).

Von den RosaLila PantherInnen wird der Grazer Tuntenball veranstaltet und auch der Grazer Christopher Street Day jährlich initiiert und gemeinsam mit den Grazer Queer-Referaten organisiert.


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