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Nemo gewinnt für die Schweiz den Eurovision Song Contest

Disqualifikation, Buhrufe und Proteste: Die diesjährige Austragung hatte auch für Negativschlagzeilen gesorgt

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Nemo im ESC-Finale (Bild: Corinne Cumming/EBU)

Nemo gewinnt als erste nicht-binäre Person den Eurovision Song Contest! Die Schweiz wird 2025 den grössten Musikwettbewerb der Welt austragen.

Sieg für Nemo in Malmö! Nach Lys Assia 1956 und Céline Dion 1988 holt nun Nemo den Sieg zum dritten Mal in die Schweiz. Mit 591 Punkten landete der Schweizer Act aus Biel auf Platz 1 und liess Kroatien mit 527 Punkten auf Platz 2, es folgten die Ukraine, Frankreich und Israel.

 

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Nemo meisterte den waghalsigen Auftritt auf dem Kreisel und lieferte dabei eine nahezu perfekte Performance von «The Code» ab – eine Mischung aus Rap, Pop, Drum ’n‘ Bass und Oper. Im Song geht es um Nemos Suche nach der eigenen Identität und der stolzen Erkenntnis der Nicht-Binarität.

Isaak landete für Deutschland mit «Always On Run» auf Platz 12. Ohne Patzer schmetterte er die Powerballade an Startposition 3. Am Anfang wärmte er sich an einer brennenden Tonne. Auch sonst gab es viel Feuer-Effekte, Choreografie fehlte ansonsten. Nach diesem Auftritt mit vielen Flammen habe Deutschland eine schlechte CO2-Bilanz und müsse am Folgetag einen autofreien Sonntag vollziehen, scherzte ARD-Kommentator Thorsten Schorn bei der Liveübertragung aus Malmö.


Mit lediglich 24 Punkten landete Kaleen für Österreich auf dem undankbaren zweitletzten Platz.

Um Negativschlagzeilen kam die diesjährige Austragung des ESC nicht herum. Am Samstagmittag teilte die Europäische Rundfunkunion (EBU) den Ausschluss des niederländischen Kandidaten Joost Klein mit (MANNSCHAFT berichtete). Grund dafür seien Polizeiermittlungen im Kontext eines Zwischenfalls mit einem weiblichen Mitglied des Produktionsteams nach dem Auftritt Kleins beim Halbfinale am Donnerstagabend.

Ebenfalls für Kontroverse sorgte die Teilnahme Israels. Vor dem Finale versammelten sich in Malmö Tausende Menschen zu einer Kundgebung gegen das Vorgehen Israels im Gaza-Krieg und die Zulassung des israelischen Beitrags zum ESC. Beim Vortragen ihres Liedes «Hurricane» musste die israelische Sängerin Eden Golan zahlreiche Pfiffe und laute Buhrufe über sich ergehen lassen. Unruhe erfasste kurz den Saal. Die Sängerin hatte bereits zum Halbfinale solche Protestreaktionen von Zuschauer*innen gegen Israel erlebt. Bei beiden Auftritten hatte jedoch der Jubel des Publikums klar überwogen.



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Zu Beginn des Finales gab es zudem auf der Bühne eine symbolische Abweichung von der Show: Irlands Act Bambie Thug trug die Flagge des Landes nicht wie üblich als Cape, sondern als Kleid am Körper. Bambie Thug hatte als Protest gegen die Politik Israels ursprünglich Forderungen nach Waffenstillstand aufgemalt auf dem eigenen Körper tragen wollen, hatte dies auf Druck der Veranstalter jedoch verworfen (MANNSCHAFT berichtete).

Eine Abweichung beim Einlauf der Nationen gab es ebenfalls bei der Schweiz. Nemo trug die Landesfahne auf dem Rücken, präsentierte vor der Brust jedoch die Nicht-Binären-Flagge.

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Nemo präsentierte beim Einlauf der Nationen die Nicht-Binären-Flage. (Bild: EBU, Sarah Louise Bennett)

 


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