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Nach rassistischer WhatsApp: Jens Lehmann hat Hausverbot im Ex-Verein

Beim Heisinger SV möchte man den Ex-Nationalspieler nicht mehr sehen

Jens Lehmann
Foto: dpa & Screenshot

Jens Lehmanns Jugendverein hat dem Ex-Nationalspieler nach dessen rassistischer Nachricht an den ehemaligen Fussball-Profi Dennis Aogo Hausverbot erteilt. Auch beim Thema Homosexualität hatte Lehmann schon mit seinen Äusserungen für Aufsehen gesorgt.

«Und nur für den Fall, dass Jens Lehmann das hier wider Erwarten lesen sollte: Auch wenn Du Dich in den letzten 40 Jahren keine dreimal hast sehen lassen und Dir das wahrscheinlich völlig egal ist: Du hast Hausverbot!», schrieb Peter Küpperfahrenberg, Vorsitzender des Heisinger SV, auf der Facebookseite des Essener Bezirksligisten.

Liebe Heisinger Fußballfreundinnen und -freunde,

viele werden es mitbekommen haben. Unser bekanntester (ehem.) Spieler,…

Gepostet von Heisinger SV 52/96 e.V. am Mittwoch, 5. Mai 2021

Lehmann spielte in der Jugend von 1975 bis 1978 für den Club. Küpperfahrenberg mahnte in seinem Beitrag zugleich an, dass «der von uns allen so geliebte Fussball nach meiner Erfahrung anfällig für einige Grundübel der Zivilisation» sei: «Dazu gehören insbesondere Rassismus und Homophobie. Wir müssen aufpassen, wir müssen wachsam sein, wir dürfen das niemals tolerieren, wir müssen einschreiten, wir müssen Courage zeigen. Das ist in der Vergangenheit viel zu wenig geschehen.»

Schon zu seiner aktiven Zeit als Jugendfussballer sei viel zu wenig gegen rassistische Aktivitäten unternommen worden. Er schliesse sich «ausdrücklich» ein. «Es fehlte (mir und anderen) an Mut, an Courage und an Anstand. Rechtsradikale und extremistische Haltungen wurden widerspruchslos hingenommen. Das habe ich auch in meiner weiteren Jugendfussballerzeit bei anderen Vereinen kennengelernt», schrieb Küpperfahrenberg. Der Heisinger SV sei «für alle offen, wir wollen für Toleranz und Miteinander stehen. Ich freue mich, wenn ein jeder auf unserer Anlage dies beherzigt und eingreift, sollte es zu solchen Vorfällen kommen.»


Dennis Aogo (Foto: Instagram/Screenshot)

Lehmann (51) hatte in einer WhatsApp-Nachricht an Aogo geschrieben: «Ist Dennis eigentlich euer quotenschwarzer?» Versehen war der Satz mit einem Lach-Smiley vor dem Fragezeichen. Sky-Experte Aogo (34) hatte einen Screenshot der Nachricht bei Instagram Story veröffentlicht. Später nahm er Lehmanns Entschuldigung an.

Nach seiner rassistischen Nachricht ist Jens Lehmann mit sofortiger Wirkung nicht mehr Mitglied im Aufsichtsrat von Hertha BSC. Investor Lars Windhorst kappte am Mittwoch die Verbindungen zum Ex-Nationaltorwart. «Jens Lehmann ist nicht mehr Berater», sagte Windhorst-Sprecher Andreas Fritzenkötter der Deutschen Presse-Agentur.

Der Berliner Verein begrüsste umgehend die Entscheidung. «Solche Einlassungen entsprechen in keiner Weise den Werten, für die Hertha BSC steht und sich aktiv einsetzt. Hertha BSC distanziert sich von jeglicher Form von Rassismus», sagte Präsident Werner Gegenbauer.


Anfang April hatten umstrittene homophobe und migrationsfeindliche Aussagen bereits Torwarttrainer Zsolt Petry den Job beim Hauptstadtclub gekostet (MANNSCHAFT berichtete).

Lehmann hat in der Vergangenheit auch mit Äusserungen über Homosexualiät für Aufsehen gesorgt. So wurde er im Jahr 2014 in der Talk­runde ​«Sky90» auf das Coming-out von Thomas Hitzl­sperger angesprochen.

​Man duscht jeden Tag zusammen, man hat Phasen, in denen es nicht so läuft

​«Man duscht jeden Tag zusammen, man hat Phasen, in denen es nicht so läuft», hatte Lehmann geantwortet. Und: ​«Ich weiss nicht, was ich gedacht hätte, wenn ich mit jemandem zusam­men­ge­spielt hätte: beim Duschen, in den Zwei­kämpfen.» Geahnt habe er jedenfalls nichts: «Thomas Hitzl­sperger ist ein Spieler, der ers­tens sehr intel­li­gent ist und zwei­tens von seiner Spiel­weise über­haupt nicht den Anlass gegeben hätte, dass man da hätte denken können, da ist irgendwas.»

Von einem Coming-out eines aktiven Spielers halte er nichts, fügte Leh­mann hinzu. «Es hat nie­mand daran etwas gewonnen, es ist Pri­vat­sache.» (mit dpa)


«Niemand darf erfahren, dass Dalibor und dein Bruder shwul sind»

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