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LSVD: Klima gegen queere Menschen hat sich deutlich verschärft

Bundesinnenministerin Nancy Faeser will am 21. Mai offizielle Zahlen kommunizieren

pride paris
Archiv: Die Pride Parade in Paris am 21. Juni 2021. (Bild: Norbu Gyachung, Unsplash)

Der internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT) rückt die Lage von Menschen in den Mittelpunkt, die wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität Anfeindungen ausgesetzt sind. Verbände sind besorgt und warnen.

Lesben, Schwule, Bisexuelle, inter und trans Menschen sehen sich nach Einschätzung ihrer Interessenverbände zunehmend Anfeindungen ausgesetzt. «Das gesellschaftliche Klima gegen queere Menschen hat sich im letzten Jahr nochmal deutlich verschärft», sagte Mara Geri vom Bundesvorstand des Lesben– und Schwulenverbands (LSVD) am IDAHOBIT am 17. Mai der Deutschen Presse-Agentur. Schon seit Jahren steige die Zahl der Übergriffe.

Dieser Trend setzte sich auch im vergangenen Jahr fort, wie aus Sicherheitskreisen verlautete. Demnach stieg die Zahl der von der Polizei registrierten Straftaten gegen Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung deutlich. Die offizielle Statistik dazu will Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) am 21. Mai vorlegen.

2022 wurden laut dem Ministerium bundesweit 1005 Straftaten gegen Schwule, Lesben, Bisexuelle, trans und intergeschlechtliche Menschen registriert. Darunter seien 227 Gewalttaten gewesen. 2023 seien die Fallzahlen in den Kategorien «Frauenfeindlich», «Sexuelle Orientierung» und «geschlechtsbezogene Diversität» im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen, hiess es nun aus Kreisen. Niedersachsen gab eine Zunahme von 86% an (MANNSCHAFT berichtete).


«Wir beobachten mit grosser Sorge die Zunahme an queerfeindlichen Übergriffen», sagte Geri dazu. Es gebe vor allem rechtsextreme Stimmungsmache. «Durch Dämonisierung von LGBTIQ und gezielte Desinformation sollen Hass und Hetze wieder salonfähig werden – und aus diesen Worten werden Taten», sagte Geri.


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Hohe Dunkelziffer befürchtet
Der Verband geht bei der Zahl der Vorfälle von einer grossen Dunkelziffer aus, «weil die eindeutige Feststellung eines queerfeindlichen Motivs schwierig ist und Betroffene aus Scham oder Misstrauen gegenüber der Polizei Straftaten teilweise nicht melden». Ähnlich sieht es der Bundesverband Trans* e.V.. «Diese Zahlen sind nur die Spitze des Eisbergs.» Von zivilgesellschaftlicher Seite gebe es kein vergleichbares flächendeckendes Monitoring, das Gewaltfälle bundesweit registriere.


Der IDAHOBIT wird seit 2005 begangen und geht auf den 17. Mai 1990 zurück: Damals beschloss die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten zu streichen.

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