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Erneut queerfeindlicher Angriff in Zürich

Die Polizei erwähnt das queerfeindliche Motiv in ihrer Medienmitteilung mit keinem Wort

Zürcher Niederdorf Fahrzeug der Stadtpolizei Zürich
(Symbolbild: Instagram/stadtpolizeizh)

Seit Anfang des Jahres werden in der grössten Stadt der Schweiz homophobe Hassverbrechen statistisch erfasst (MANNSCHAFT berichtete). Am Wochenende wurden erneut Queers angegriffen – doch in der offiziellen Kommunikation erwähnt die Polizei das queerfeindliche Motiv mit keinem Wort.

Es passierte am Samstagabend in Zürich, beim Sechseläutenplatz und am Stadelhoferplatz. Wie der Tages-Anzeiger (bezahlpflichtiger Artikel) berichtet, sollen dort Menschen aufgrund ihrer Homosexualität angegriffen worden sein. So habe man sie erst verfolgt und danach beim Opernhaus verprügelt. Auch eine Stichwaffe soll zum Einsatz gekommen sein.

Eins der Opfer, «itsvincperiod», berichtete anschliessend auf TikTok über den Vorfall: Er sei mit Freunden in der Stadt gewesen. Die Gruppe sei immer grösser geworden, da wollte er sich zurückziehen, wegen der Corona-Pandemie. Er ging zusammen mit einigen Freunden, doch sie wurden von anderen Jugendlichen verfolgt. Jemand aus der Gruppe wurde sogar angegriffen. Dann schlug «itsvincperiod» mit der Handtasche zu und bekam einen Fausthieb ins Gesicht.

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Er erstattete daraufhin Anzeige, die Security nahm einen 16-Jährigen fest.

@itsvincperiodinfo vo samstig abig #fyp #stadi #beef #lgbtq♬ Wii – Mii Channel – Super Guitar Bros

 

Auf die MANNSCHAFT-Anfrage bei der Polizei verweist man uns auf die Medienmitteilung von Samstag. Darin heisst es:

«Am Samstagabend, 6. Februar 2021, ereigneten sich beim Sechseläutenplatz mehrere Auseinandersetzungen. Eine Person wurde festgenommen und eine Person mit einer Stichwaffe verletzt.» Der 38-jähriger Verletzte musste in Spitalpflege gebracht werden. Von einem queerfeindlichen Motiv ist in der offiziellen Meldung keine Rede.

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Dabei hatte Stapo-Pressesprecherin Judith Hödl auf MANNSCHAFT-Anfrage kürzlich erklärt: «Bei Aufnahme einer Anzeige bzw. eines Delikts wird das mögliche Tatmotiv ‹Hassdelikt› speziell geprüft und allenfalls nachgefragt – insbesondere, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen. Möglich ist beispielsweise auch, dass ein Opfer oder ein Zeuge ein Hate Crime vermutet.»

Liebesgrüsse zum Valentinstag verschicken – mit MANNSCHAFT

Die Polizei sucht nun Zeug*innen: Personen, die Angaben zum Vorfall vom 6. Februar 2021, kurz nach 23:00 Uhr an der Gottfried-Keller-Strasse, zwischen der Theaterstrasse und dem Bahnhof Stadelhofen machen können, werden gebeten, sich bei der Stadtpolizei Zürich zu melden, unter 0 444 117 117.

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