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Ellen DeGeneres tritt ab – Das waren die queersten Momente

Ellen DeGeneres
US-Moderatorin Ellen DeGeneres in der «Ellen DeGeneres Show» (Foto: Michael Rozman/Warner Bros./dpa)

Nach mehr als 3000 Folgen der Talkshow von US-Moderatorin Ellen DeGeneres (64) wird die US-Schauspielerin Jennifer Aniston (53) der letzte Gast sein. Zuvor war die Rede von Michelle Obama gewesen.

Die finale Ausgabe der «Ellen DeGeneres Show» solle am 26. Mai ausgestrahlt werden, teilten die Verantwortlichen mit. Die bei Zuschauern beliebte Show läuft seit 2003 beim US-Sender NBC – und auch in der allerersten Folge war Aniston zu Gast. DeGeneres hatte bereits 2021 angekündigt, dass ihre Talkshow in diesem Jahr zu Ende gehen würde. Nach Berichten über eine feindselige Arbeitsatmosphäre war die Moderatorin zuvor in die Kritik geraten und hatte sich öffentlich entschuldigt.

Nach fast 19 Jahren, mehr als 3200 Folgen und mehr als 60 gewonnenen Daytime Emmy Awards (sowie allerlei unschönen Berichten, was die Arbeitsbedingungen angeht) verabschiedet sich Ellen DeGeneres mit ihrer täglichen Nachmittags-Talkshow vom Bildschirm. Am 26. Mai wird in den USA die letzte Folge ausgestrahlt. Wir blicken aus diesem Anlass nochmal zurück auf neun der queersten Momente der Show.

#Verlobung & Hochzeit
Viel wichtiger als die prominenten Gäste war für den enormen Erfolg der Talkshow natürlich Ellen selbst, die neben ihrem Humor auch immer wieder Einblicke in ihr Privatleben mitbrachte. 2008 etwa gab sie in der Sendung ihre Verlobung mit Freundin Portia de Rossi bekannt – und berichtete wenig später auch on air über die Hochzeitsfeierlichkeiten. De Rossi selbst schaute auch selbst immer mal wieder in der Sendung vorbei, etwa um ihrer Frau zum 60. Geburtstag den Ellen DeGeneres Wildlife Fund zu schenken.


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#Politische Plattform
Statt Politik und Kontroversen waren in der «Ellen DeGeneres Show» eher harmlose Plaudereien und alberne Spielchen angesagt. Doch wenn ihr Themen am Herzen lagen, scheute sich die Moderatorin nicht, ihre grosse Reichweite auch mal zu nutzen, um den Zuschauer*innen wichtige Themen ans Herz zu legen. Etwa 2008, als in Kalifornien der Kampf um die Ehe für alle seinen Höhepunkt erreichte. Und auch sonst hatte die Sendung durchaus Einfluss auf das politische Geschehen: nicht wenige Experten etwa meinen, dass Barack Obamas Auftritt bei Ellen einen Wendepunkt in seinem ersten Präsidentschaftswahlkampf darstellte

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#Wanda Sykes
Kein prominenter Gast war in all den Jahren häufiger bei Ellen DeGeneres zu Besuch als ihre gute Freundin Wanda Sykes. Jedes Jahr gab sich die lesbische Komikerin mindestens einmal die Ehre, insgesamt war sie (wenn wir uns nicht verzählt haben) 37-mal eingeladen. Und berichtete dort unter anderem, wie Ellen dazu beigetragen hat, dass ihre Eltern irgendwann doch noch die Homosexualität ihrer Tochter akzeptierten.

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#Sean Hayes als Ellen-Ersatz
Ob wegen Krankheit oder anderer Verpflichtungen, immer wieder kam es mal vor, dass DeGeneres nicht selbst im kalifornischen Burbank vor der Kamera stehen konnte. Dann lud sie sich prominente Kolleg*innen und Bekannte ein, um als Gast-Moderator*in auszuhelfen. Die Liste der Ersatz-Gastgeber*innen reicht von Miley Cyrus und Lily Tomlin & Jane Fonda bis Robert Downey jr., Katy Perry oder John Legend. Aber niemand kam öfter zum Einsatz als «Will & Grace»-Star Sean Hayes, der insgesamt sieben Mal für Ellen einsprang.


#Queere Gäste
Gäste aus der LGBTIQ Community zum Gespräch zu begrüssen war DeGeneres natürlich stets ein grosses Anliegen – und natürlich wurden dann auch stets queere Themen besprochen und persönliche Erfahrungen ausgetauscht. Von Elton John bis Elliott Page, Laverne Cox bis Asia Kate Dillon, Kate McKinnon bis Pete Buttigieg oder Caitlyn Jenner – in der «Ellen DeGeneres Show» kam wirklich jeder vorbei. Gerade erst nahm der schwule Komiker Jerrod Charmichael bei ihr Platz, um über sein Coming-out zu sprechen.

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#Coming-out-Jubiläum
Mit ihrem eigenen Coming Out – sowohl als Serienfigur in der Sitcom «Ellen» als auch im realen Leben – schrieb DeGeneres Fernseh-, Medien- und LGBTIQ-Geschichte. 2017, also zum 20. Jubiläum dieses queeren Befreiungsschlags, der sie für einige Jahre die Karriere kostete, blickte sie in ihrer Talkshow noch einmal darauf zurück. Als Gäste mit dabei waren Oprah Winfrey und Laura Dern, die damals in der legendären «Puppy»-Episode von «Ellen» mitgespielt hatten

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#GLAAD Media Awards
Bei den GLAAD Medie Awards, dem wichtigsten queeren Kultur- und Medienpreis in den USA, wurde in der Kategorie Beste Talkshow-Episode von 2009 bis 2020 jedes Jahr die «Ellen DeGeneres Show» nominiert. Zu denen preisverdächtigen Gesprächen, die die Moderatorin dabei rund ums Thema Queerness führte, gehörten solche mit Prominenten wie Ricky Martin oder der lesbischen amerikanischen Moderatorin Robin Roberts ebenso wie die mit einem trans Paar in der Army, einem Automechaniker, die das in einem homophoben Akt demolierte Auto eines schwulen Schülers kostenlos reparierte, oder mit Tony Marrero, der das Attentat im Pulse-Nachtclub in Orlando überlebte (MANNSCHAFT berichtete).

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#Hier wurden Stars gemacht
Zu einem festen Bestandteil der «Ellen DeGeneres Show» wurde es, dem Publikum witzige, rührende oder süsse YouTube-Videos zu zeigen. Besonders gut kamen dabei, neben niedlichen Tieren und grossherzigen Durchschnittsbürger*innen immer singende junge Menschen an. Wer dabei besonders gut ankam, wurde natürlich auch mal ins Studio eingeladen – und nicht wenige dieser Kids und Teenies machten dank dieses Auftritts echte Karriere. Der (inzwischen offen schwule) Teenie-Star und Popsänger Greyson Chance etwa trat 2010 als 12-jähriger in der Sendung auf und schaffte es direkt in die US-Charts. Aber auch Justin Bieber verdankt seinen Durchbruch zu grossen Teilen einem Auftritt als Knirps bei DeGeneres.

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#Six Feet Under
Wie jede populäre US-Fernsehshow (von «Jerry Springer» bis «Jeopardy») tauchten die «Ellen DeGeneres Show» und die Moderatorin selbst natürlich auch immer in anderen, fiktionalen Produktionen auf. Ganz besonders, wenn dort die Figuren gerne mal den Fernseher einschalten oder einen starken Popkultur-Bezug haben. Neben «The Big Bang Theory» oder dem «Friends»-Spinoff «Joey» spielte DeGeneres sich auch 2004 in einer (von «Transparent»-Macher*in Joey Soloway geschriebenen) Folge von «Six Feet Under» selbst.


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