DFB-Präsident Fritz Keller zu Homosexualität: «Fussball ist für alle!»
Noch bestehende Hürden sollten abgebaut werden, so Keller
DFB-Präsident Fritz Keller hat im Zuge des Appells von hunderten Fussballer*innen zur Homosexualität unter Profis klar Position bezogen. «Fussball ist für alle. Ausrufezeichen. Auf dem Rasen und auf den Tribünen. Diese Vielfalt wollen wir leben», sagte der Chef des Deutschen Fussball-Bundes.
«Dafür müssen wir sie aber auch fördern und noch bestehende Hürden abbauen», forderte Fritz Keller in einem am Donnerstag auf dfb.de veröffentlichten Interview.
Das Thema geschlechtliche und sexuelle Vielfalt sei dem DFB und seinen Landesverbänden wichtig, weil die Menschen wichtig seien. «Wir wollen keine Spieler und keine Fans verlieren, weil sie sich diskriminiert oder nicht willkommen fühlen», sagte Keller. «Jeder muss frei von Diskriminierungen und frei von Angst Fussball spielen oder anschauen können.» Und wenn der Fussball für alle zugänglich sein solle, dann müsse der Fussball auch für alle da sein – sie stärken und ihnen Gemeinschaft und Schutz vor Anfeindungen bieten.
Das Magazin 11 Freunde hatte über homophobes Denken und Verhalten im Fussball berichtet und gleichzeitig einen Aufruf verbreitet, den mehr als 800 Fussballer*innen unterschrieben haben (MANNSCHAFT berichtete). Der DFB unterstützt die Social-Media-Kampagne «Ihr könnt auf uns zählen!» In Deutschland habe sich «bis heute noch kein aktiver Profispieler zu seiner Homosexualität bekannt, aber auch im Amateurfussball ist ein Coming-Out noch lange keine Selbstverständlichkeit», sagte Keller.
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Der ehemalige Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm rät homosexuellen Fussballern von einem Coming-out während der aktiven Karriere ab. Es möge Städte und Vereine geben, wo dies eher möglich wäre als anderswo, schreibt der Ex-Weltmeister in seinem neuen Buch (MANNSCHAFT berichtete).
Der DFB hat kürzlich gemeinsam mit dem Lesben- und Schwulenverband in Deutschland eine Anlaufstelle für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt im Fussball eingerichtet, um ein Zeichen zu setzen (auch in der Schweiz ist dies geplant – MANNSCHAFT berichtete). Warum hat der DFB sie nicht direkt im Verband angesiedelt? Mit dem LSVD habe man einen starken Partner mit der grösstmöglichen Expertise, Erfahrung und Glaubwürdigkeit an unserer Seite, so Keller.
Der Leiter der Stelle, Christian Rudolph, stellt sich derzeit den einzelnen Abteilungen im DFB vor. Klare Zielvorgabe sei: «Die Anlaufstelle ist das Bindeglied zwischen dem Amateur- und dem Spitzenfussball sowie der Community und soll einfach den Dialog fördern. Wir sind auch schon dabei, die Sport Pride zu planen. Und demnächst bekommt die Anlaufstelle eine eigene Homepage. Wir als Fussball müssen bei diesem Anliegen jetzt einen Sprung machen. Wäre doch echt schade, wenn wir hier nicht etwas entspannter miteinander leben könnten», so Rudolph. (mit dpa)
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