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800 Fussball-Profis gegen Homophobie: Ihr könnt auf uns zählen!

Eine mutmachende Aktion des Magazins 11 Freunde

Homophobie
Fotos: «11 Freunde»

Auf die Aktion #Actout der Schauspieler*innen (MANNSCHAFT berichtete) folgt nicht das Massen-Coming-out der Fussballer*innen. Aber ein sehr wichtiges Zeichen der Ermutigung für queere Profis, getragen von vielen Fussballer*innen aus Deutschland und ihren Vereinen, die Homophobie den Kampf ansagen.

11 Freunde ist ein Magazin für Fussballkultur, es wurde im Jahr 2000 gegründet. Dort wird immer wieder kritisch über Homophobie im Fussball berichtet oder der heteronormative Blick auf den Sport gekonnt unterlaufen – etwa in einer Galerie zum Valen­tinstag mit den wun­der­barsten Fussballer-Küssen.

Nun hat die Redaktion für ihr Märzheft, das an diesem Dienstag schon viele Abonnent*innen in ihrem Briefkasten hatten, über 800 Fussballer*innen zusammengetrommelt, die sich gegen Homophobie stark machen. Ihre Botschaft an homosexuelle Profis: «Auch im Jahr 2021 gibt es keinen einzigen offene homosexuellen Fussballer in den deutschen Profiligen der Männer.» Die Angst vor Ausgrenzung sei offenbar immer noch zu gross.

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«Niemand soll zu einem Coming-out gedrängt werden», heisst es in der 800-fach unterschriebenen Erklärung zum Thema. Doch für alle, die mit ihrer Entscheidung ringen, sich eventuell zu outen, gibt es eine wichtige Botschaft: «Wir werden euch unterstützen und ermutigen und falls notwendig, auch gegen Anfeindungen verteidigen.»

Unter anderem erklären Almuth Schult, Alexandra Popp und Lara Dickenman vom VfL Wolfsburg: «Es sollte in unserer Gesellschaft egal sein, welche Sexualität eine Person lebt.» Aber sie fügen hinzu: «Wir sind davon überzeugt, dass man als Sportler nur dann seine optimale Leistung abrufen kann, wenn man frei ist und seine Identität nicht verstecken muss.»

Wenn sich einer meiner Kollegen outen würde, würde ich ihn vor den Idioten da draussen schützen,

Max Kruse (Union Berlin) erklärt in 11 Freunde : «Wenn sich einer meiner Kollegen outen würde, würde ich ihn vor den Idioten da draussen schützen». Dazu trägt er ein Schild mit der Botschaft: «Ihr könnt auf uns zählen!» Kruse erklärt aber auch, er könne jeden verstehen, der sich der öffentlichen Reaktion nicht aussetzen will.

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Zu den über 800 Unterstützer*innen gehören u.a. Sven Michel (SC Paderborn), Oliver Sorg (1. F.C. Nürnberg), Christopher Trimmel (Union Berlin), Niklas Stark (Hertha BSC) ebenso wie Sandra Voitāne vom SV Meppen, Julia Koy (Borussia Mönchengladbach) und Marie-Luise Herrmann (RB Leipzig). Viele unterstützen die Aktion gleich im Namen der ganzen Mannschaft wie etwa Nicolas Höfler als Mannschaftsrat des SC Freiburg oder Meike Kämper als Kapitänin stellvertretend für die Frauenmannschaft des MSV Duisburg.

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Der frühere deutsche Nationalspieler Thomas Hitzlsperger hatte sich 2014 nach dem Ende seiner Profikarrier geoutet und macht jungen Profifussballer*innen Mut für ein mögliches Coming-out. «Es scheint eine grosse Angst zu geben, dass das Leben sich danach verschlechtert. Ich betone, dass mein Leben sich noch mal verbessert hat», so Hitzlsperger Ende 2020 (MANNSCHAFT berichtete).

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