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Der «Kroatien-Krimi» thematisiert Transphobie und Familienzwänge

Zu sehen am 27. Januar auf ARD

kroatien krimi trans
Ivan Rukovic (links) und Polizist Marko Mikec reden auf Antonia Djulic (Riccardo Campione) ein. (Bild: ARD Degeto/Constantin TV)

Das zerschmetterte Opfer im roten Kleid ist eine trans Frau. Kommissarin Novak und ihr Kollege ermitteln – dabei dringt der elfte Fall der ARD-Reihe «Der Kroatien-Krimi» in erzkonservative Regionen der Adria-Küste vor.

Eine Leiche im Zustand fortgeschrittener Verwesung ist kein schöner Anblick. Im elften Fall «Kroatien-Krimi» bekommt das Publikum so etwas aber immer wieder zu sehen. Es handelt sich dabei um das erste – aber nicht das letzte – Opfer in der Episode «Tod im roten Kleid». Und der tote Mensch, um den es im Titel geht, ist eine trans Frau. Musste Antonia (Riccardo Campione) deshalb sterben? Stascha Novak (Jasmin Gerat), die schlagkräftige Leiterin der Mordkommission Split, und ihr Mitarbeiter Emil Perica (Lenn Kudrjwizki) sind erschüttert. Zu erleben ist der in Kroatien angesiedelte Fall am Donnerstag um 20.15 Uhr auf ARD.

Stascha und Emil ermitteln vor malerischer Adria-Kulisse unter den Menschen, zwischen denen Antonia aufgewachsen ist. Die meisten erscheinen extrem religiös, um nicht zu sagen bigott. So wie auch der Onkel des Opfers, Ivan Rudovic (Joachim Nimitz), und der örtliche Polizist Marko Mikec (Thomas Dehler).

Kommissarin Stascha Novak und ihr Kollege Emil Perica sind am Ort des Geschehens. (Bild: ARD Degeto/Constantin TV)

Erschwert wird die Suche nach dem Täter durch ein Rätsel: Die Leiche ist zwar zwar am Fuss der Steilküste gefunden worden. Die Obduktion jedoch ergibt, dass die Knochenbrüche keineswegs frisch sind. Das Opfer war tiefgefroren gewesen, weshalb sich der Zeitpunkt des Todes nicht bestimmen lässt – er kann Jahre zurückliegen.


Bald glaubt die Kommissarin, es mit einem Rachefeldzug gegen einen Menschen mit einer Transidentität zu tun zu haben. «In Rijeka oder in Zagreb – da läuft so was rum», hat selbst ihr Kollege Mikec aus dem Bergdorf abgewiegelt, als sich die Identität des Opfers im roten Kleid herausstellte. Die Grossstädterin grollt gegen den ihrer Meinung nach mittelalterlichen Katholizismus der ländlichen Bevölkerung. Kollege Emil, in der Region aufgewachsen, klärt sie darüber auf, dass viele einer speziellen kirchlichen Gruppierung mit dem Namen «Unsere Familie» angehörten. Aber richtig verstandenen christlichen Glauben habe ihm seine eigene Mutter vermittelt. «Wir sind alle Kinder Gottes», sagt der junge Ermittler.

Christoph Darnstädt, geistiger Urheber und Drehbuchautor der beliebten Kroatien-Krimis, hat diesen Fall noch mit etlichen inhaltlichen Wendungen versehen, bei denen sich «Familiäre Bande» als ein weiteres Thema herausschält. Optisch attraktiv und schnittig erzählt Michael Kreindl die mit Popmusik und Balkan-Rhythmen versehene Geschichte mit ihren stimmig besetzten kroatischen und deutschen Darstellern. Eine Lanze für Toleranz und Nächstenliebe wollen die Filmemacher ganz offensichtlich damit brechen – diverse sexuelle Identitäten als etwa Normales und Liebenswertes zeigen.

Was die «Familiäre Bande» betrifft, so bekommt die Kommissarin hier übrigens Besuch von ihrem Vater (Rufus Beck), der seinen Geburtstag mit ihr und ihrer Schwester Minka (Jenny Meyer) feiern möchte. Doch Stascha will von Minka derzeit nichts wissen. 


«Tod im roten Kleid» läuft am Donnerstag, 27. Januar, um 20:15 auf ARD. In der ARD-Mediathek ist die WDR-Doku «Der schwangere Mann» über trans Vater Freddy zu sehen.

Text: Ulrike Cordes, dpa, mit Anpassungen der MANNSCHAFT-Redaktion


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