in ,

Bill Kaulitz und Tinder starten LGBTIQ-Auf­klärungs­kampagne

Es ist eine Reaktion auf eine neue Umfrage unter jungen Queers

Bill Kaulitz
Bill Kaulitz singt auf dem CSD Berlin 2023 (Foto: Hannes P. Albert/dpa)

Eine aktuelle Tinder-Umfrage ergab, dass 40 Prozent der LGBTIQ-Community in Deutschland das Gefühl haben, ihre Sexualität vor der Welt verstecken zu müssen. Als Reaktion startet die Dating App mit Bill Kaulitz und Lambda eine Aufklärungskampagne.

Zum Hintergrund: Eine internationale Studie unter 18- bis 25-jährigen Tinder-Nutzer*innen, die sich als LGBTIQ identifizieren, ergab, dass sich mehr als die Hälfte (54 Prozent) auf einer Dating-App geoutet haben, bevor sie sich Freund*innen und Familie gegenüber geöffnet haben. 39 Prozent fühlten sich in ihrer Sexualität von der Gesellschaft nicht ernst genommen, heisst es in einer Pressemitteilung.


Festival, Demo, Partys und: Nemo! Das läuft bei der Zurich Pride


Während des Pride-Monats 2024 werden in Anlehnung an den viralen «Natürlich-Trend» Community-Mitglieder wie Bill Kaulitz, diehuepsche, Raffa’s Plastic Life und Saskia Michalski Statements veröffentlichen, die die Stigmatisierungen und herrschende Stereotypen aufzeigen und zu Allyship in der Gesellschaft anregen sollen, so eine Pressemitteilung von Tinder.


Lebenssituation junger queerer Menschen
Offizieller Partner der Kampagne ist demnach der Lambda Bundesverband, der sich mit seiner Arbeit für die Verbesserung der Lebenssituation junger queerer Menschen einsetzt (MANNSCHAFT berichtete).

Für Lambda sammelt Tinder Geld in einer Spendenaktion, an der über die sozialen Medien teilgenommen werden kann. Zusätzlich zu einem festen Spendenbetrag von 25‘000 Euro erhöht Tinder die Spendensumme für Lambda um einen weiteren Euro für jeden Kommentar unter Instagram– und TikTok-Beiträgen von Tinder Deutschland im Juni und Juli 2024 bis zu einem maximalen Betrag von 30‘000 Euro.

Im Rahmen dieser Kampagne produziert Tinder darüber hinaus eine Webserie, die über die Lebensrealitäten der LGBTIQ-Community aufklärt. Dafür spricht diehuepsche mit diversen Gästen über Themen wie Alltags-Diskriminierung und Vorurteile und wie sie ihren persönlichen Weg gefunden haben. Die erste Episode der Webserie starte am 14. Juni auf Tiktok und Instagram, heisst es. Die Folge der Webserie mit Bill Kaulitz werde am 19. Juni ausgestrahlt.


«Korsett aus Vorurteilen, Normen und Erwartungen»
Kaulitz erklärt: «Jahrelang wurde mir gesagt, ich sollte meine Sexualität geheim halten. Ich habe einfach gemerkt, dass Geheimnisse zu haben für mich sehr viel anstrengender ist, als einfach offen zu sein. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie es mich befreit, authentisch zu sein, keine Grenzen mehr zwischen Bill und Bill auf der Bühne zu ziehen. Die Gesellschaft hat seit meiner Kindheit versucht, mich in ein enges Korsett aus Vorurteilen, Normen und Erwartungen zu zwängen, einfach aus Ratlosigkeit und Überforderung mit meinem Auftreten, meiner Art zu sprechen, zu singen, mich zu kleiden und zu performen» (MANNSCHAFT berichtete).

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Bill Kaulitz (@billkaulitz)

Und weiter: «Man sollte mich gar nicht erst versuchen in eine Schublade zu stecken, sonst muss man mich da irgendwann wieder rausholen. Ich weiss, nichts ist schwieriger als man selbst zu sein und ich wünsche mir, dass alle Menschen ihre Sexualität offen leben können und bin daher auch gern Unterstützer dieser Kampagne.»

Laut Tinder habe sich Anteil der LGBTIQ-Nutzer*innen unter 30 auf der Dating App in den letzten drei Jahren verdoppelt.

Laut Grindr-Statistik war Henry Cavill für Nutzer*innen der Dating-App 2023 der «Hottest Man of the Year» (MANNSCHAFT berichtete).


Tel Aviv

Tel Aviv feiert ein bisschen Pride

The Acolyte

«The Acolyte»: Neues aus der fernen, vielleicht auch queeren Galaxis