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Laschet will mit Jens Spahn über Blutspendeverbot reden

Der Abwärtstrend der Union in der Wähler*innengunst scheint derweil gestoppt

15.09.2021, Schleswig-Holstein, Lübeck: Armin Laschet (CDU, M), Spitzenkandidat seiner Partei zur Bundestagswahl, steht gemeinsam mit den Moderatoren Andreas Cichowicz, NDR Chefredakteur, und Ellen Ehni, WDR Chefredakteurin, in der ARD-Wahlarena in der Kulturwerft Gollan. Foto: Axel Heimken/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Am Abend stellte sich Armin Laschet in der ARD-«Wahlarena» den Fragen von Bürger*innen. Warum Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), quasi ausgeschlossen sind von der Blutspende, konnte er nicht erklären. Aber er will das mit dem Gesundheitsminister besprechen.

Eineinhalb Wochen vor der Bundestagswahl scheint der Abwärtstrend der Union in der Wähler*innengunst gestoppt zu sein – einen richtigen Stimmungsumschwung gibt es einer neuen Umfrage zufolge jedoch nicht. Der Abstand der beiden führenden Parteien bleibt in der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov stabil, beide verlieren einen Prozentpunkt im Vergleich zur Vorwoche. Seit der Fernsehdebatte der drei Kanzlerkandidat*innen am Sonntag hatten Unionspolitiker*innen immer wieder von Hinweisen auf eine Trendwende gesprochen.

Würde jetzt gewählt, könnte die SPD demnach mit 25 Prozent der Wählerstimmen rechnen (minus ein Prozentpunkt), die Union käme auf 20 Prozent (ebenfalls minus eins). Die Grünen blieben in der sogenannten Sonntagsfrage stabil bei 15 Prozent.

Am Abend hatte sich Laschet in der ARD-«Wahlarena» den Fragen von Bürger*innen gestellt. Es ging um Klimaschutz, das Ende der Braunkohleförderung in der Lausitz, aber auch um das Verbot des Blutspendens für MSM. Hier konnte der CDU-Kanzlerkandidat aber nicht weiterhelfen. Er versprach nur, das Thema bald mit Gesundheitsminister Jens Spahn zu besprechen.


Dessen Ministerium hatte vor der parlamentarischen Sommerpause schriftlich auf eine Anfrage von FDP-Sprecher für LGBTI Jens Brandenburg bestätigt, dass die Rückstellfrist für MSM bei der Blutspende von 12 auf 4 Monate verkürzt werden solle (MANNSCHAFT berichtete).

Am Tag zuvor war Armin Laschet von zwei Kindern im Rahmen der ProSieben-Sendung «Late Night Berlin» befragt worden. Der Junge mit dem Namen Romeo fragte den Kandidaten: «Hast du was dagegen, dass Männer heiraten dürfen?» «Nein», antwortete Laschet. «Aber du wolltest nicht dafür stimmen!», hakte der Junge nach. «Nein, ich war gar nicht im Bundestag. Wer kommt denn auf so komische Ideen?»

Er habe in Interviews gesagt, er wolle die Ehe für alle nicht, hielt ihm der junge Interviewer entgegen. Laschet dazu: «Nee, das stimmt nicht.»


Romeo verwies auf einen Spiegel-Artikel aus dem Jahr 2017. Laschet entgegnete: «Da hast du schon den Spiegel vor so langer Zeit gelesen? Das ist aber toll, dass du das kannst!» Worauf der Junge sagte, er habe den Artikel gegoogelt.

Im Spiegel hatte Laschet damals erklärt: Dem Antrag der SPD hätte ich wie Merkel nicht zugestimmt, weil er auch verfassungsrechtlich nicht in Ordnung ist.» Bereits in der ZDF-Sendung «Klartext» musste sich Armin Laschet zu den Rechten von Homosexuellen äussern und wurde für seine Aussagen kritisiert. (MANNSCHAFT berichtete).


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