«Wie Dreck behandelt»: Berner Sängerin über Stefan Raab und ESC-Chefsache

In einem Video spricht Fannie Wilkens über einen schlechten Umgang hinter den Kulissen.

Fannie Wilkens
Fannie Wilkens blickt kritisch auf ihre Teilnahme bei «Chefsache ESC 2025 – Wer singt für Deutschland?» zurück. (Bild: Screenshot Tiktok)

Nach ihrer Teilnahme an der TV-Show «Chefsache ESC 2025» berichtet die Berner Sängerin Fannie Wilkens über negative Erfahrungen im Umfeld von Stefan Raab und der Jury. Gleichzeitig veröffentlichen Wettbüros bereits erste Prognosen für den Eurovision Song Contest 2026.

Die Schweizer Sängerin Fannie Wilkens äussert sich öffentlich zu ihrer Teilnahme an der Castingshow «Chefsache ESC 2025». In einem rund zweiminütigen Video auf Tiktok schildert die 42-Jährige ihre Eindrücke aus dem Umfeld des Formats von Stefan Raab. Sie beschreibt einen respektlosen Umgang und spricht über persönliche Folgen, die sie nach der Show belasteten.

Wilkens sei als einzige Schweizerin aus mehr als 3000 Bewerbungen ausgewählt worden und gehörte zu den letzten 15 Teilnehmenden. Zu Beginn habe sie ihre Teilnahme als grosse Chance empfunden. «Wie geil ist das denn, ich habe mich wirklich gefreut», sagt sie rückblickend im Video. Das betreuende Team habe sie anfänglich positiv erlebt. Es sei «total nett» gewesen und habe eine angenehme Atmosphäre vermittelt.

Anders habe sie jedoch Jury und Hauptmoderator wahrgenommen. «Die haben mich behandelt wie Dreck am Schuh», sagt Wilkens. Nach der ersten Show habe sich ihre anfängliche Freude gelegt. Aus Vertrauen sei Skepsis geworden. Sie habe den Eindruck gehabt, in der Sendung nur eine untergeordnete Rolle gespielt zu haben. «Mittlerweile denke ich, ich war da als Lückenfüller. Da kamen Leute weiter, die live wirklich nicht singen konnten. Und andere, die geil gesungen haben, sind nicht weitergekommen.»

Nach Abschluss der Vorausscheidung sei es ihr zunehmend schlechter gegangen. «Ich bin in eine ziemlich krasse Depression gefallen», sagt Wilkens. Es habe einige Zeit gedauert, bis sie wieder Stabilität gefunden habe. Gegenüber dem Blick betont Wilkens, dass sie keine persönlichen Schuldzuweisungen machen wolle. «Ich will aber weder Raab die Schuld geben noch irgendjemanden in den Dreck ziehen.» Für sie sei die Teilnahme dennoch enttäuschend gewesen. Kritisch äussert sie sich auch zu den Produktionsbedingungen. «Wir mussten Geld für die Produktion der ESC-Songs ausgeben, und viele durften diese nicht einmal live zeigen. So wie ich zum Beispiel.»

Mit dem Video wolle sie andere ermutigen, schwierige Phasen zu überwinden. «Dass man sich nach einem Sturz wieder aufrichten kann und dass es mir ein Jahr später wieder super geht.» Sie habe sich selbst aus der Depression herausgearbeitet, «indem ich einfach weitergemacht habe. Wieder auf die Bühne, wieder ins Studio, um neue Songs zu schreiben.» Heute sagt die in Berlin lebende Sängerin: «Mittlerweile sind die Wunden geheilt.»

Das neue Jahr startet für Wilkens mit guten Aussichten. Sie sei im ersten halben Jahr komplett ausgebucht. Deshalb sei es ihr wichtig zu sagen: «Niemand von aussen kann euch euren Wert geben oder nehmen. Keine TV-Show, kein Label, kein Manager, niemand. Und das musste ich lernen.» Das ESC-Projekt von Stefan Raab endete im Mai des vergangenen Jahres beim Finale in Basel. Das Gewinnerduo der Castingshow, Abor und Tynna, erreichte Platz 15. Eine von Blick bei Raab angefragte Stellungnahme liegt bislang nicht vor.

ESC 2026: Israel führt bei Wettbüros Im Hinblick auf den Eurovision Song Contest 2026 geben die Wettbüros schon erste Quoten bekannt – obwohl weder Beiträge noch Acts feststehen. Laut Prognosen gibt es bereits einen Favoriten: An der Spitze liegt aktuell Israel, dem eine Gewinnwahrscheinlichkeit von rund zehn Prozent zugeschrieben wird. Dahinter folgen Schweden und die Ukraine, die ebenfalls früh zum erweiterten Favoritenkreis gezählt werden.

Die Einschätzungen basieren ausschliesslich auf Marktbeobachtungen der Wettanbieter und gelten als Momentaufnahme. Erfahrungsgemäss verändern sich die Quoten im Verlauf der kommenden Monate teils deutlich, insbesondere mit Beginn der nationalen Vorentscheide und der Veröffentlichung erster Songs.

Mehr: Grosser Andrang für ESC-Jobs in Wien. Es geht um Kamera-, Licht- und Soundtests bei den Proben (MANNSCHAFT berichtete)

Das könnte dich auch interessieren

Kommentare