Englands LGBTIQ-Fussballfans boykottieren WM in den USA
Three Lions Pride verzichtet aus Sorge um die Sicherheit auf eine Präsenz vor Ort
Die offizielle LGBTIQ-Fangruppe der englischen Fussballnationalmannschaft hat angekündigt, bei der Weltmeisterschaft 2026 nicht sichtbar präsent zu sein.
Als Gründe nennt sie gravierende Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Fans, der Menschenrechtslage sowie des Umgangs der FIFA mit Ticketing und Barrierefreiheit.
In einer deutlich formulierten Stellungnahme erklärte Three Lions Pride, die Hoffnung, dass reisende LGBTIQ-Fans sich während des Turniers auf den Fussball und nicht auf ihre persönliche Sicherheit konzentrieren könnten, sei «endgültig zerstört» worden. Besonders bezogen auf die aktuelle Lage in den USA unter der Trump-Administration.
Die Männer-Weltmeisterschaft der FIFA, die in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird, galt für viele Fans zunächst als Gegenentwurf zu den jüngsten Turnieren in Russland und Katar. In beiden Ländern standen Gesetze, die die LGBTIQ-Community kriminalisieren, im Zentrum der Kritik. Man hatte gehofft, dass die Dinge nun in Amerika anders laufen würden.
«Gefährlicher Rückschritt bei den Menschenrechten» England zählt zu den Favoriten auf den Titel bei der WM 2026. Für Three Lions Pride (3LP) bedeutet jedoch ein «gefährlicher Rückschritt bei den Menschenrechten» in den USA, dass die Gruppe in diesem Sommer nicht vor Ort sein werde, schreibt das Newsportal Sportsmedialgbt.com.
Die Fangruppe, die rund 350 Mitglieder zählt – viele von ihnen besuchen regelmässig Heim- und Auswärtsspiele –, erklärt, sie habe kein Vertrauen mehr darin, dass das Turnier ein sicheres und inklusives Umfeld bieten könne (MANNSCHAFT berichtete über die Lage von Queers in den USA).
Besonders hebt 3LP die erhöhten Risiken von Diskriminierung und Gewalt in den USA hervor und warnt vor den möglichen Auswirkungen auf trans und gender-nonkonforme Mitglieder.
Man könne die Sicherheit der eigenen Mitglieder nicht gewährleisten, sollte die Gruppe organisiert und sichtbar an der Weltmeisterschaft teilnehmen.
Die FIFA Fussball-WM findet vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 statt. Das Eröffnungsspiel wird am 11. Juni 2026 im Estadio Azteca in Mexiko-Stadt ausgetragen.
Beim WM-Duell Iran gegen Ägypten in Seattle sollte die LGBTIQ-Community im Mittelpunkt stehen. Für Teheran undenkbar, da die Partie in einen islamischen Trauermonat fällt (MANNSCHAFT berichtete).