«Polizeiruf»-Liebling: Der schwule Schauspieler Jaecki Schwarz wird 80
Kult-Sputnik aus «Ein starkes Team» und einstiger Kommissar Schmücke feiert runden Geburtstag
Mit «Ein starkes Team» hat der schwule Schauspieler Jaecki Schwarz schon die 100 vollgemacht. Nun steht der 80. Geburtstag beim einstigen «Polizeiruf 110»-Ermittler an.
Viele dürften ihn noch als Kommissar Schmücke an der Seite von Wolfgang Winkler im «Polizeiruf 110» kennen oder als erfindungsreichen Sputnik in «Ein starkes Team». Mehr als zwei Jahrzehnte stand er am Berliner Ensemble auf der Bühne. Ein Publikumsliebling ist Jaecki Schwarz, der am 26. Februar seinen 80. Geburtstag feiert, nach wie vor.
Er ist einer der ostdeutschen Schauspieler, die auch nach dem Mauerfall weiter erfolgreich waren. Der Südkurier fragte ihn vor einigen Monaten, welche Rollen ihn mit seinen bald 80 Jahren noch reizen würden. Schwarz antwortete: «Mir reicht es schon, dass mir der ‹Ein starkes Team›-Redakteur versprochen hat, dass ich den Sputnik bis zu meinem Lebensende spielen darf.»
Das klingt nicht nach Ruhestand. Tatsächlich bringt seine Kultfigur jedes Mal eine Prise Humor in die Fälle der ZDF-Krimireihe mit Florian Martens und Stefanie Stappenbeck. Der Ex-Polizist kommt stets mit einer abenteuerlichen Geschäftsidee nach der anderen um die Ecke: ein Fisch-Spa, ein Golfcafé oder ein Ost-Reisebüro zum Beispiel.
Auf Verbrecherjagd mit Wolfgang Winkler Erst im Oktober feierte «Ein starkes Team» die 100. Folge. Seit der ersten Episode im Jahr 1994 ist der Schauspieler dort als berlinernder Sputnik zu sehen. Zu einer der bekanntesten Rollen auf seiner Liste von etwa 250 Kino- und Fernsehfilmen dürfte allerdings die des TV-Ermittlers Schmücke in der ARD-Reihe «Polizeiruf 110» gehören – an der Seite des 2019 verstorbenen Wolfgang Winkler.
Die Fälle aus Halle (Saale) waren jahrelang ein Quotengarant, bevor das eingespielte MDR-Duo im Jahr 2013 in Rente ging. 17 Jahre lang waren die Kommissare Schmücke & Schneider, die beide mit Vornamen Herbert heissen, auf Verbrecherjagd. Sein ehemaliger Kollege fehle ihm, erzählte Schwarz in der MDR-Talkshow «Riverboat». Genauso wie die gemeinsamen Autofahrten.
Schwarz: Winklers Familie ist auch meine Familie Zu Winklers Familie pflege er engen Kontakt. Mehr sogar: Sie sei auch seine Familie. Dort feiere er etwa Weihnachten. «Ich hab’ keine eigene Familie, man hat ja auch Pech manchmal mit der eigenen Familie, also mit den Leuten», sagte der Schauspieler. Dann sei es besser, sich eine auszusuchen, die passt. «Und dann hab' ich mir die Familie von Wolfgang ausgesucht».
Ein Blick zurück: Geboren in Berlin-Köpenick, machte Schwarz nach dem Abitur zunächst eine Lehre als Fotochemie-Facharbeiter. Schauspieler wurde er an der Filmhochschule in Potsdam-Babelsberg.
1967 hatte er seine erste Hauptrolle in «Ich war neunzehn» – eine autobiografische Geschichte von Konrad Wolf über einen jungen Deutschen, der 1945 als Leutnant der Roten Armee in seine Heimat zurückkehrt. Später stand er mehr als 20 Jahre am Berliner Ensemble für Grössen wie Peter Zadek auf der Bühne.
Auch Themen älterer Menschen im Fernsehen zeigen Und heute? Dem Südkurier sagte er, dass grosse Sachen nicht mehr infrage kämen. Rollen von zwei, drei Drehtagen seien aber noch drin. In der Vergangenheit beklagte sich der Künstler zudem darüber, dass es zu wenige gute Rollen für ältere Männer und Frauen im deutschen Fernsehen gibt. «Auch ältere Menschen schauen zu, und ihre Themen und Sorgen sollten genauso repräsentiert werden.»
Offen geht er auch mit anderen Themen um – dass Schwarz schwul ist, ist zum Beispiel schon lange bekannt. 20 Jahre lang war er mit seinem Kollegen Hagen Henning liiert. 2021 beteiligte er sich an dem queeren Manifest von 185 Schauspielerinnen und Schauspielern im Magazin der Süddeutschen Zeitung (MANNSCHAFT berichtete).
Auch über seine frühere Alkoholsucht hat er schon oft gesprochen. «Alkoholismus ist keine Schwäche, sondern eine Krankheit. Einem Alkoholiker muss geholfen werden, das darf nicht unter den Tisch gekehrt werden.» In Interviews erzählte er, dass er wegen der Krankheit den Mauerfall damals nicht bewusst erlebt hat – ein Einschnitt, der schliesslich zu seinem Entzug führte.
Von Sabrina Szameitat, dpa
«United by Queerness»: Grosse ESC-Ausstellung in Wien eröffnet. Während der Eurovision-Wochen ist das Zentrum Qwien eine Begegnungsstätte für queere Fans (MANNSCHAFT bereichtete).
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