Zurich Pride Festival 2026 abgesagt – Was nun?

Die Vereinsmitglieder sagten Nein zu Eintritt und Verkleinerungsplänen

Die Demo führte durch die Zürcher Innenstadt.
Zurich Pride 2025 (Bild: MANNSCHAFT)

Paukenschlag bei der Zurich Pride: Das zweitägige Festival ist für 2026 abgesagt, was Mitglieder und Vorstand selbst entschieden. Sie bestätigten dies in der Nacht auf Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Wir erinnern uns: Es gab zuletzt intensive Diskussionen darüber, wie unter der aktuell angespannten finanziellen Lage das Zurich Pride Festival mit einem neuen Konzept durchgeführt werden könnte (MANNSCHAFT berichtete). Im Vorfeld der Pride 2025 hatten die Veranstalter*innen bekannt gegeben, dass sie durch verlorene Sponsoren auf rund 150’000 Franken verzichten mussten. Das Budget der Veranstaltung lag bei 1,1 Millionen Franken. Um das Problem der fehlenden Gelder abzufedern, verzichtete das Organisationskomitee im vergangenen Jahr unter anderem auf grosse internationale Musik-Acts und mietete günstigere Zelte.

Über neue Spar-Konzepte des Vorstands – Verlegung des Festivals auf den Turbinenplatz, erstmals Eintritt und eine kleinere Dimensionierung mit maximal 12’000 Menschen (statt zuvor 17’000 Personen) – entschieden die Mitglieder des Vereins am Mittwoch in einer Versammlung. Und kamen zu einem klaren Votum: 186 Stimmberechtigte erteilten den neuen Plänen eine Absage.

Damit setzte sich ein Antrag von Einzelpersonen aus der Community durch. Zuerst berichtete Blick.ch darüber.

Viele Mitglieder wollten demnach weder einen Eintritt noch eine Halbierung der Besucher*innenzahlen akzeptieren. Zudem bestand die Sorge, erneut ein finanzielles Defizit zu riskieren – im aktuellen Budget klafft ja bereits ein enormes Loch.

Dazu kam: Die Stadt verlangte Einzäunung und Einlasskontrolle und bot wenig finanzielle Unterstützung.

«Wo zur Hölle soll die ganze Community Platz finden?» Lea Herzig brachte die Stimmung auf den Punkt: «Wo zur Hölle soll die ganze Community Platz finden? Lassen wir uns als Community spalten? Dann gehen wir auf die Landiwiese, mit Picknickdecke. Wir nehmen uns den Raum.»

Doch auch das ist mit bis zu 40’000 Teilnehmenden der Demo nicht einfach so möglich.

Bemerkenswert am ganzen Vorgang ist: Auch der Vorstand selbst empfahl die Absage. Man wolle «durchatmen, Kräfte sammeln, neu orientieren». Der Verein ist derzeit zudem ohne Präsidium.

Das Nachrichtenportal Display schreibt: «Der Vorstand hat in einem schwierigen Jahr Verantwortung übernommen, trotz Gegenwind, auch auf Social Media (MANNSCHAFT berichtete). Dieser Einsatz verdient Anerkennung.»

Wichtig ist in diesem Zusammenhang: Die Pride-Demonstration als politische Demonstration findet am 20. Juni 2026 wie geplant statt. Mit bis zu 40’000 Teilnehmenden gehört sie zu den grössten ihrer Art in der Schweiz. Auch die Partys rund um das Pride-Wochenende sind von der Festival-Absage nicht betroffen.

2027 soll dann ein Festival in neuem Format folgen.

Übrigens: Auch das Zurich-Open-Air-Festival hat laut Instagram-Post beschlossen, ein Jahr zu pausieren und erst 2027 mit «neuen Ideen, neuen Inszenierungen und frischer Energie» zurückzukehren.

Finnischer Krimi: Schwuler Kommissar ermittelt in erzkonservativer Gemeinde (MANNSCHAFT berichtete).

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