Kleiner und «besser planbar»: Zurich Pride Festival nicht mehr gratis
Kostenpflichtige Tickets sind geplant
Das Zurich Pride Festival wird in diesem Jahr kleiner ausfallen, und es wird nicht mehr gratis sein.
Das Zurich Pride Festival 2026 soll in einem kleineren, besser planbaren Rahmen auf dem Turbinenplatz stattführen. Dafür müssen die Besucher*innen Tickets kaufen. Dies muss allerdings noch von den Vereinsmitgliedern bei der ausserordentlichen Generalversammlung in der kommende Woche abgesegnet werden.
Über die Höhe der Ticketpreise möchte sich die Zurich Pride noch nicht äussern.
Mit dem Ticketing schaffe man «mehr Sicherheit – organisatorisch, finanziell und für unsere Besuchenden», heisst es in einem Statement der Zurich Pride, das MANNSCHAFT vorliegt.
Der Verein will sein Liquidität stabilisieren. «Gleichzeitig ist es uns sehr wichtig, entsprechend unserer Werte sozial gerecht zu handeln: für Menschen, die sich ein Ticket nicht leisten können, werden wir entsprechende Lösungen anbieten. Das Ticketing hat keinen Einfluss auf die Demonstration, der politische Höhepunkt des Wochenendes findet im gewohnten Rahmen statt.»
Mit weiteren neuen und bekannten Aktionen wie kleineren Anlässen übers ganze Jahr, Kampagnen in den sozialen Medien und Visibility in der Stadt soll eine zusätzliche Sichtbarkeit geschaffen werden. Mit den Veränderungen, die dieses Jahr mit sich bringt, soll der Verein «langfristig finanziell stabil und unabhängig aufgestellt» werden.
Die Zurich Pride stand nach finanziellen Rückschlägen (MANNSCHAFT berichtete) und öffentlicher Kritik an der politischen Ausrichtung zuletzt unter Druck. Vor diesem Hintergrund hat der Verein Ende November seinen Vorstand fast komplett neu gewählt.
Erstmals in der Geschichte von Zurich Pride besteht der Vereinsvorstand nun mehrheitlich aus FLINTA-Personen.
Für die Zurich Pride 2025 war ein finanzielles Defizit und ein Rückgang an Sponsorengeldern dokumentiert worden. Demnach fehlten rund 150 000 Fr., weil einige grosse Partner*innen ihre Engagements reduziert oder eingestellt haben, u. a. die Swisscom als Sponsor-Partner. Die Organisation musste darauf reagieren, etwa indem teurere Acts und Zeltsysteme reduziert wurden, um das Budget zu halten (MANNSCHAFT berichtete über den Rückblick auf die Pride 2025 aus Perspektive der bisherigen Verantwortlichen).
Diese finanziellen Unsicherheiten wurden als Belastung für die Planung des Festivals und der Demonstration wahrgenommen — also nicht nur ein isoliertes Budgetproblem, sondern ein strukturelles Thema bei der Finanzierung grosser Pride-Anlässe im aktuellen politischen und wirtschaftlichen Umfeld.
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