USA
Kristen Stewart: Leben ohne Coming-out wäre unvollständig
2017 erwähnt Kristen Stewart in einer Rede in einer Fernsehshow, dass sie queer ist. Nun erzählt sie, wie wichtig ihr dieses Coming-out war.
Hollywood-Schauspielerin Kristen Stewart («Twilight») hat über die Beweggründe für ihr öffentliches Coming-out vor neun Jahren gesprochen. «Es ging mir weniger darum, Details meiner Beziehung zu teilen, sondern vielmehr darum, anzuerkennen, dass es Menschen gibt, die nicht in vollem Umfang am Leben teilhaben können, weil sie sich verstecken müssen», sagte die 35-Jährige dem US-Sender ABC News.
Stewart hatte 2017 in der Fernseh-Show «Saturday Night Live» über frühere Tweets des US-Präsidenten Donald Trump über ihr Beziehungsleben gesprochen und an Trump gerichtet verkündet, «total lesbisch» zu sein.
Bis dahin hätten ihr viele Menschen gesagt: «Deiner Karriere würde es besser tun, wenn du nicht mit deiner Freundin händchenhaltend nach draussen gehen würdest», schilderte Stewart nun. «Und ich dachte mir: Ihr wollt also, dass ich ein unvollständiges Leben führe? Und ihr wollt, dass ich ein System aufrechterhalte, das Menschen ausschliesst? Das kann ich einfach nicht.»
Stewart wurde an der Seite von Robert Pattinson mit den «Twilight»-Filmen weltbekannt und war auch vorübergehend mit dem Schauspiel-Kollegen liiert.
Kürzlich sagte Stewart noch, sie wäre von der Idee eines «Twilight»-Remakes mit einem «riesigen Budget und viel Liebe und Unterstützung» begeistert. Nun gab sie bekannt, dass sie die USA wahrscheinlich verlassen wird, sollte Trump seine Drohungen wahr machen.
In einem Interview mit der Times über ihr Regiedebüt «The Chronology of Water» – ein biografisches Drama über die Olympiahoffnung Lidia Yuknavitch, die eine traumatische Kindheit erlebte – sagte Stewart, der in Lettland gedrehte Film wäre «in den USA unmöglich zu realisieren gewesen».
Die queere Schauspielerin, seit letztem Jahr mit Drehbuchautorin Dylan Meyer verheiratet (MANNSCHAFT berichtete), kritisierte Trumps «erschreckende» Drohungen, einen 100-prozentigen Zoll auf Filme zu erheben, die ausserhalb der USA produziert werden.
Im Vorjahr ist bereits die lesbische US-Schauspielerin Rosie O'Donnell wegen der politischen Situation in den USA nach Irland ausgewandert. Auch Ellen DeGeneres ist schon weg (MANNSCHAF berichtete).
Was queeren Menschen Hoffnung macht: Die texanische Dragqueen Brigitte Bandit blickt der Zukunft ihrer Heimat mutig entgegen (MANNSCHAFT-Story).