Frühere Geisel berichtet von sexueller Belästigung in Gaza

Beim Duschen sei er von einer versteckten Kamera gefilmt worden

ARCHIV - 15.02.2025, Palästinensische Gebiete, Chan Junis: Die freigelassenen israelischen Geiseln Iair Horn (l.), Sagui Dekel Chen (3.v.l.) und Alexander (Sascha) Trufanov (mit Mikrofon) stehen im Februar 2025 auf einer Bühne mit Kämpfern des Islamischen Dschihad und der Al-Kassam-Brigaden, dem militärischen Flügel der Hamas, bevor sie im südlichen Gazastreifen an Vertreter des Roten Kreuzes übergeben werden. (zu dpa: «Frühere Geisel berichtet von sexueller Belästigung in Gaza»)
Palästinensische Gebiete, Chan Junis: Die freigelassenen israelischen Geiseln Iair Horn (l.), Sagui Dekel Chen (3.v.l.) und Alexander (Sascha) Trufanov (mit Mikrofon) stehen im Februar 2025 auf einer Bühne mit Kämpfern des Islamischen Dschihad und der Al-Kassam-Brigaden, dem militärischen Flügel der Hamas (Bild: Abed Rahim Khatib/dpa)

Vor fast einem Jahr kam der aus Israel entführte Alexander Trufanov aus der Gewalt einer Terrororganisation im Gazastreifen frei. Nun erzählt er grausame Einzelheiten aus seiner Geiselhaft.

Der Israeli, Alexander Trufanov, hat von schrecklichen Bedingungen während seiner Geiselhaft im Gazastreifen berichtet. Er sei unter anderem sexuell belästigt und beim Duschen von einer versteckten Kamera gefilmt worden, sagte der 30-Jährige, der auch russischer Staatsbürger ist, dem britischen Sender BBC. Seinen Angaben nach wurde er fast die gesamte Zeit allein festgehalten, darunter mehrere Wochen in einem Käfig und monatelang in einem Tunnel.

Insgesamt war der heute 30-Jährige fast 500 Tage in der Gewalt der Terrororganisation Palästinensischer Islamischer Dschihad (PIJ). Vor knapp einem Jahr kam er im Rahmen eines Abkommens zwischen Israel und der mit dem PIJ verbündeten islamistischen Hamas frei.

In den ersten Wochen seiner Geiselhaft, in denen er überirdisch in einem Käfig festgehalten worden sei, habe ein Terrorist wiederholt versucht, ihn zu sexuellen Handlungen an sich selbst zu animieren, sagte Trufanov der BBC. Zu der Kamera, die ihm aufgefallen sei, sagte er: «Ich habe beim Duschen versucht, meine Genitalien nicht in diese Richtung zu halten.» Er habe nur einmal in der Woche duschen dürfen.

Geisel war monatelang allein in einem dunklen Tunnel Über seine Zeit im Tunnel berichtete Trufanov, dass es dort so dunkel gewesen sei, dass er seine Hand vor Augen nicht habe sehen können. Zudem sei es still, eng und feucht gewesen. «Ich erinnere mich, dass ich das Gefühl hatte, lebendig unter der Erde begraben zu sein», sagte er der BBC. «Oft habe ich die Hoffnung völlig verloren.» Zu seinen Entführern habe er nur Kontakt gehabt, wenn sie ihm Essen gebracht hätten. Sonst sei er allein gewesen.

Bei dem Terrorüberfall am 7. Oktober 2023 (MANNSCHAFT berichtete) wurde Trufanovs Vater getötet, seine Mutter, Grossmutter und Partnerin Sapir Cohen wurden ebenfalls entführt. Trufanov selbst wurde bei seiner gewaltsamen Entführung verletzt, unter anderem wurde ihm in beide Beine geschossen. Er sei in Gaza medizinisch kaum versorgt worden.

Nach einer Beinoperation ist er laut dem Bericht derzeit auf Krücken angewiesen, hoffe aber in einigen Wochen tanzen zu können - denn dann will der Ingenieur seine Partnerin Sapir Cohen heiraten.

Nach dem Aus für Brunos in Berlin: «Es braucht keinen schwulen Laden mehr.» Geschäftsführer Franz Landgraf-Happach nimmt Stellung (MANNSCHAFT berichtete).

Das könnte dich auch interessieren

Kommentare