«Respekt geht in einer polarisierenden Gesellschaft leider verloren»
Am 18. März jährt sich der Todestag von Westerwelle zum zehnten Mal. Der schwule Spitzenpolitiker aus Nordrhein-Westfalen erlag den Folgen einer Leukämie-Erkrankung. Sein Witwer erinnert an ihn.
2016 ist Guido Westerwelle mit nur 54 Jahren an den Folgen einer Leukämie-Erkrankung gestorben (MANNSCHAFT berichtete). Sein Witwer Michael Mronz sagte anlässlich des Todestag in einem Interview mit der Rheinischen Post: «Mir fehlt er natürlich am meisten als Mensch, als Ehemann. Guido war als Politiker ein starker Redner, der in sehr klarer Sprache Position bezogen hat.»
Der verstorbene FDP-Spitzenpolitiker würde nach Einschätzung von Mronz auch heute noch an eine Zukunft der Liberalen glauben. Der Rheinischen Post sagte Mronz auf die Frage, was Westerwelle zur heutigen Situation seiner Partei sagen würde: «Er würde das sagen, was er immer gesagt hat. Es gibt zwei Institutionen, die Erfahrung mit der Auferstehung haben. Das sind die christliche Kirche und die FDP. So gesehen sollte man immer den Glauben daran behalten.»
Westerwelle gehörte zu den Politikern, die besonders häufig angefeindet wurden, auch wegen seiner Homosexualität. Sind die Zeiten heute andere, wollte die Zeitung wissen. Darauf antwortete Mronz mit einem Zitat von Stefan Zweig: «Bürgerrechte sind wie Ebbe und Flut, sie kommen und sie gehen. Ich glaube, wir leben in einer Phase, wo sie allmählich wieder gehen. Guido hat in seiner Abschiedsrede als Parteivorsitzender 2011 gesagt, Bürgerrechte verschwinden nicht von jetzt auf gleich, sie verschwinden immer scheibchenweise.»
Mronz weiter: «Er würde heute sicherlich sehr starke Akzente auf das Thema Bürgerrechte setzen. Ich finde, entscheidend ist der Respekt der Menschen untereinander. Wenn dieser Respekt da ist, werden auch Anfeindungen weniger. Doch Respekt geht in einer polarisierenden Gesellschaft leider verloren.»
Zum 10. Todestag erinnert die neue Doku «Westerwelle» an den ehemalige Aussenminister und Vizekanzler (MANNSCHAFT berichtete). Der Film ist in der ARD-Mediathek verfügbar.
«Bridgerton»-Showrunnerin findet: Benedicts Bi-Coming-out ist ein «wunderschöner Moment». «Die Gesellschaft sollte nicht das Recht haben, die Regeln dafür vorzugeben, wie man lebt – oder wen man liebt» (MANNSCHAFT berichtete).