EVP Zürich reagiert auf Mobbing gegen Lea Blattner
Nach 2 Monaten!
Die EVP Kanton Zürich hat «mit Betroffenheit» zur Kenntnis genommen, dass Lea Blattner aufgrund ihrer sexuellen Orientierung Anfeindung erlebt hat. Zwei Monate nach Bekanntwerden der Mobbingvorfälle erscheint eine Stellungnahme.
Die EVP-Politikerin Blattner hat sich 2025 als lesbisch geoutet und wurde seither massiv angefeindet. Es habe Morddrohungen gegeben, selbst aus der eigenen Partei. Daraufhin gab die 32-Jährige ihr Amt als Co-Präsidentin der Jungen EVP Schweiz ab.
Die Lesbenorganisation Los schrieb in einem Kommentar: «Dein Einsatz verdient Unterstützung und Schutz - dass du beides von deiner Partei nicht bekommen hast, ist erschütternd.»
Der Verein CSD Baselland stellte sich bereits hinter Lea Blattner. Nach den persönlichen Angriffen auf sein lesbisches Mitglied und deren Rücktritt aus der Partei sowie von den politischen Ämtern (MANNSCHAFT berichtete) liege es an der EVP, die Vorfälle intern sorgfältig aufzuarbeiten, so der Verein. Es würden Tatsachen verdreht, die Verantwortung auf das Opfer abgewälzt. Das war Mitte Januar.
Nun veröffentlich die EVP Kanton Zürich eine Stellungnahme zur Berichterstattung über die Vorgänge rund um Jungpolitikerin Blattner: «Die EVP Kanton Zürich hat mit Betroffenheit zur Kenntnis genommen, dass Lea Blattner aufgrund ihrer sexuellen Orientierung Anfeindung erlebt hat. Solche Angriffe treffen nicht nur eine einzelne Person – sie greifen den grundlegenden Respekt an, der das Zusammenleben in unserer Gesellschaft möglich macht.»
Und weiter: «Für die EVP Kanton Zürich ist klar: Hier braucht es eine unmissverständliche Haltung. Jeder Mensch ist in seiner Einzigartigkeit wertvoll und verdient Respekt und Würde. Das gilt selbstverständlich unabhängig der sexuellen Orientierung.»
Als EVP stehe man «für eine Politik der Menschenwürde". In der Partei engagierten sich Menschen schon seit Jahren unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität als selbstverständlicher Teil der EVP-Familie – «und sie alle werden als Mitglieder, als Mitstreiter*innen, als Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Lebenswegen respektiert und geschätzt».
Aus dem eigenen christlichen Werteverständnis heraus sei die Haltung klar: «Würde, Respekt und Nächstenliebe gelten allen Menschen. Anfeindungen, Ausgrenzung oder Herabwürdigung widersprechen diesem Fundament. Wir begrüssen deshalb ausdrücklich, dass die EVP Schweiz eine Meldestelle einrichten wird, an die sich betroffene Personen wenden können.
Selbstverständlich können sich heute schon alle Mitglieder unserer Kantonalpartei jederzeit an den Geschäftsführer, den Kantonalpräsidenten oder die Vizepräsidentin wenden, um Vorfälle wie Mobbing, Beleidigungen oder Diskriminierung zu melden. Homophobie und Diskriminierung haben in unserer Partei keinen Platz. Die EVP Kanton Zürich stellt sich klar gegen jede Form von Herabwürdigung von Menschen – innerhalb wie ausserhalb der Politik.
Unsere Haltung ist eindeutig: Die Würde des Menschen ist nicht verhandelbar. Sie gilt für alle – ohne Ausnahme.»
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