Das sind alle ESC-Acts 2026 – von Albanien über Israel bis Zypern

Veronica Fusaro
Veronica Fusaro tritt für die Schweiz an (Bild: SRF Nils Sandmeier)

Alle 35 Songs für den diesjährigen Eurovision Song Contest stehen fest. Hier ist der vollständige Überblick – von Albanien bis Zypern. Einer sorgt schon jetzt für Kritik.

Rund zwei Monate vor dem 70. Eurovision Song Contest stehen nun alle Songs fest, die dieses Jahr im Rennen sind. Dieses Mal sind es 35 Lieder – zwei weniger als 2025 in Basel und acht weniger als bei den Rekordteilnehmer-Contests der Jahre 2008, 2011 und 2018, als 43 Länder mitmachten.

Rumäniens Song für den Eurovision Song Contest sorgt schon jetzt für Aufregung: «Choke Me» von Alexandra Căpitănescu wird als »gefährlich« und »leichtsinnig« kritisiert, weil er scheinbar sexuelle Strangulation romantisiere. «Choking» ist nicht nur im BDSM-Bereich beliebt, aber nicht ungefährlich, warnt unser Dr. Gay.

In dem Titel wiederholt sich der Refrain »Choke me« rund 30‑mal, dazu gibt es Zeilen über Atemnot und platzende Lungen. Die Juristin Clare McGlynn von der Durham University warnt vor einer «alarmierenden Missachtung der Gesundheit junger Frauen». Dass ein Land diesen Song auswählte und die EBU ihn auch noch zuliess, zeige eine bedenkliche Normalisierung riskanter Sexualpraktiken. Hier werde «mit dem Leben junger Frauen gespielt», findet McGlynn.

Und das sind die Länder (in alphabetischer Reihenfolge) mit ihren Interpret*innen und Songs:

«Nân» Albanien: Alis

«Paloma Rumba» Armenien: Simón

«Just Go» Aserbaidschan: Jiva

«Eclipse» Australien: Delta Goodrem

«Dancing on the Ice» Belgien: Essyla

«Bangaranga» Bulgarien: Dara

«Før vi går hjem» Dänemark: Søren Torpegaard Lund

«Fire» Deutschland: Sarah Engels (MANNSCHAFT berichtete).

«Too Epic to Be True» Estland: Vanilla Ninja

«Liekinheitin» Finnland: Linda Lampenius & Pete Parkkonen

«Regarde!» Frankreich: Monroe

«On Replay» Georgien: Bzikebi

«Ferto» Griechenland: Akylas

«Eins, Zwei, Drei» Grossbritannien: Look Mum No Computer

«Michelle» Israel: Noam Bettan

«Per sempre sì» Italien: Sal Da Vinci

«Andromeda» Kroatien: Lelek

«Ēnā» Lettland: Atvara

«Sólo quiero más»Litauen: Lion Ceccah

«Mother Nature» Luxemburg: Eva Marija

«Bella» Malta: Aidan

«Viva, Moldova!» Moldau: Satoshi

«Nova zora» Montenegro: Tamara Živković

«Ya Ya Ya» Norwegen: Jonas Lovv

«Tanzschein» Österreich: Cosmó

«Pray» Polen: Alicja

«Rosa» Portugal: Bandidos do Cante

«Choke Me» Rumänien: Alexandra Căpitănescu

«Superstar» San Marino: Senhit (feat. Boy George)

«Kraj mene» Serbien: Lavina

«My System» Schweden: Felicia (MANNSCHAFT berichtete)

«Alice» Schweiz: Veronica Fusaro (MANNSCHAFT berichtete).

«Crossroads» Tschechien: Daniel Zizka

«Ridnym» Ukraine: Leléka

«Jalla» Zypern: Antigoni

Wissenswertes zum ESC 2026 Da diesmal mit Spanien ein Land der sogenannten Big Five (grossen Geldgeber) der Veranstaltung fernbleibt, treten im Finale am 16. Mai nur 25 anstelle der seit 2012 üblichen 26 Länder an. Insgesamt fünf Länder (Spanien, Irland, Island, die Niederlande und Slowenien) boykottieren den ESC 2026 als Reaktion auf das Vorgehen Israels im Gazastreifen. Rückkehrer sind in diesem Jahr die Länder Bulgarien, Moldau und Rumänien.

Gesetzt fürs Finale sind Gastgeber Österreich und die verbliebenen Big Four: Frankreich, Grossbritannien, Italien und Deutschland. In den zwei Semifinals werden jeweils zehn Länder fürs Finale qualifiziert.

Im ersten Halbfinale (12. Mai) treten Finnland, Georgien, Griechenland, Kroatien, Moldau, Portugal, Schweden, Belgien, Estland, Israel, Litauen, Montenegro, Polen, San Marino und Serbien. Im zweiten (14. Mai) sind Armenien, Aserbaidschan, Bulgarien, Luxemburg, Rumänien, Schweiz, Tschechien, Albanien, Australien, Dänemark, Lettland, Malta, Norwegen, Ukraine und Zypern.

Der Sieger-Song und -Interpret steht nach dem grossen Finale in Wien mit seinem traditionell komplizierten Punkteverfahren (mit Jury- und Zuschauervotes) in der Nacht zum 17. Mai gegen 1 Uhr fest.

Die Moderator*innen sind dieses Jahr in Wien Victoria Swarovski und Michael Ostrowski (MANNSCHAFT berichtete). Sie führen durch insgesamt neun Shows – das Finale am 16. Mai und die zwei Halbfinal-Events am 12. und 14. Mai (ausserdem gibt es zu jedem Termin zwei Pre-Shows, die als Probedurchlauf und zur Jury-Bewertung dienen). Wien ist zum dritten Mal nach 1967 und 2015 Gastgeber der Musikshow.

2025 verfolgten den ESC in Basel mit den drei TV-Shows weltweit rund 170 Millionen Menschen am Bildschirm, auf Social Media wurden zwei Milliarden Kontakte verzeichnet. Der Musikwettbewerb wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zur Förderung der Völkerverständigung ins Leben gerufen. Deutschland gewann von den bislang 69 Ausgaben zwei: 1982 mit Nicole («Ein bisschen Frieden») und 2010 mit Lena («Satellite»).

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