Boy George beim ESC? Der «Culture Club»-Sänger will es noch einmal wissen

Überraschung beim Song Contest, in mehrfacher Hinsicht

Boy George bei einem Konzert in Sydney, 2012 (Foto: Eva Rinaldi / Wiki Commons)
Der Musiker Boy George (Bild: Archiv)

Der britische Musiker Boy George könnte im Finale des Eurovision Song Contest 2026 stehen – allerdings nicht für das Vereinigte Königreich.

Der «Karma Chameleon»-Sänger bewirbt sich stattdessen darum, die kleine Republik San Marino zu vertreten.

Bei der Pressekonferenz in Sanremo waren die Moderatorin des San Marino Song Contest, Simona Ventura, der RAI-Generaldirektor Roberto Sergio sowie der Tourismusminister Federico Pedini Amati anwesend. Dann liess man «die Bombe platzen», wie das Portal ESC Kompakt schreibt: «Senhit, die San Marino schon 2011 und 2021 (beim zweiten Mal mit US-Rapper Flo Rida) repräsentierte, ist zurück. Und auch dieses Mal hat sie einen Megastar im Gepäck: Boy George

Boy George qualifizierte sich zusammen mit neun weiteren Acts für die nationale Auswahl des Kleinstaates. Das Finale des San Marino Song Contest wird am 6. März im Teatro Nuovo in Dogana stattfinden.

Der «Culture Club»-Frontmann und die sammarinesische ESC-Veteranin Senhit treten mit dem Song «Superstar» an.

Holt seine Vergangenheit ihn ein? ESC-Fans diskutieren in sozialen Medien über Boy Georges Teilnahme. Einige schreiben, sie würden ihn gerne wieder auf der grossen Bühne sehen, andere vermuten laut dem LGBTIQ-Nachrichtenportal PinkNews, dass alles in Tränen enden könnte, sobald ein genauerer Blick auf seine Vergangenheit geworfen werde, die von etlichen Skandalen geprägt ist. Zur Erinnerung: 2009 wurde Boy George wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung an einem männlichen Escort zu einer Haftstrafe verurteilt.

Im vergangenen Jahr wurde San Marino beim 69. Eurovision Song Contest von Gabry Ponte mit «Tutta L’Italia» vertreten.

Für das Vereinigte Königreich tritt derweil beim 70. Eurovision Song Contest im Mai in Wien der Indie-Electronic-Musiker und YouTube-Influencer Sam Battle an, besser bekannt unter seinem Künstlernamen LOOK MUM NO COMPUTER.

Der Eurovision Song Contest 2026 beginnt mit den Halbfinals am 12. und 14. Mai, das grosse Finale findet am 16. Mai statt (MANNSCHAFT berichtete).

Kritik an der EBU Während der Wettbewerb in diesem Jahr sein 70-jähriges Jubiläum feiert, dürften die Feierlichkeiten von zunehmender Kritik an der European Broadcasting Union (EBU) überschattet werden. Hintergrund ist deren Entscheidung, Israel weiterhin am Wettbewerb teilnehmen zu lassen (MANNSCHAFT berichtete). Fünf Länder – Irland, Spanien, Niederlande, Island und Slowenien – haben sich in diesem Jahr vom Wettbewerb zurückgezogen, da Israel weiterhin teilnimmt.

Und Deutschland? Der diesmal für den ESC zuständige SWR gab Mitte Januar die neun Künstler*innen bekannt, die beim Vorentscheid «Eurovision Song Contest – Das deutsche Finale 2026» antreten werden. Die Show findet am heutigen Samstag in Berlin statt.

Mit dabei ist unter anderem die lesbische Sängerin Malou Lovis. Mit ihrem Song «When I'm With You» erzählt sie eine intensive Liebesgeschichte über die Verbindung zwischen zwei Frauen. Damit setzt sie ein starkes Zeichen für lesbische Sichtbarkeit und gegen Homophobie.

Für die Schweiz tritt Veronica Fusaro an, für Österreich der Sänger Cosmó. Er gewann den Vorentscheid «Vienna Calling – Wer singt für Österreich?» mit dem Lied «Tanzschein».

W. H. Auden und der Wiener Callboy. Sensationsfund: Geheime schwule Liebespost entdeckt (MANNSCHAFT berichtete).

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