in

Irlands Premier arbeitet in Corona-Krise wieder als Arzt

Leo Varadkar ist der erste offen schwule Regierungsschef in der Geschichte seines Landes

Leo Varadkar
Leo Varadkar (Foto: Facebook)

Angesichts der Pandemie hat sich der amtierende Regierungschef Irlands, Leo Varadkar, wieder als Arzt registriert. Er wolle mindestens einen Tag in der Woche in seinem erlernten Beruf arbeiten, um im Kampf gegen das Virus zu helfen.

«Er wollte wenigstens einen kleinen Beitrag leisten», sagte ein Regierungssprecher gegenüber der Zeitung Independent. Varadkar hatte am Trinity College in Dublin Medizin studiert und war später in die Politik gegangen.

Varadkar, Sohn eines Arztes und einer Krankenschwester, hatte im Jahr 2013 seinen Beruf als Allgemeinmediziner niedergelegt. Er wurde damals aus dem Ärzteregister ausgetragen, jetzt liess er sich «reaktivieren». Seit 2011 war er Minister für Verkehr, Tourismus und Sport, 2014 wurde er Gesundheitsminister. Im Juni 2017 dann wurde er Regierungsschef.

Werbung


Nach den irischen Parlamentswahlen in Februar hatte Varadkar seinen Rücktritt erklärt, er bleibt aber geschäftsführend zunächst weiter im Amt. Das gilt auch für seine Minister – bis ein neuer Ministerpräsident und ein neues Kabinett ernannt sind.

Community vs. Corona: So geht queere Solidarität!

Varadkar ist der erste offen schwule Premier Irlands und der erste mit indischer Abstammung. Im Vorfeld des Referendums zur Öffnung der Ehe 2015 machte der damalige Minister seine Sexualität öffentlich. Es war sein 36. Geburtstag – und er war der erste offen homosexuelle Minister in der irischen Geschichte.

Irlands Stimmbevölkerung sprach sich damals mit 62% für die Ehe für alle aus – als erstes Land weltweit per Volksentscheid. Auch in Nordirland wurde mittlerweile die Ehe für alle geöffnet (MANNSCHAFT berichtete).

Werbung

Leo Varadkar nahm seinen Partner, den Dubliner Arzt Matt Barrett, nicht oft mit auf Auslandsreisen. Zum Staatsbesuch in den USA, beim Treffen mit homophoben Vizepräsidenten, war er aber dabei (MANNSCHAFT berichtete)
schutz vor diskriminierung hass lgbtiq

Der Schutz vor Diskriminierung gilt ab 1. Juli

Coming-out

LGBTIQ-Organisation rät: In Isolation nicht outen!