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Pete Buttigieg holt Iowa denkbar knapp

Der Ex-Bürgermeister liegt um 0,1 Prozentpunkte vor Bernie Sanders

Pete Buttigieg
Bild: Pete Buttigieg Pressefoto

UPDATE (7.2.20) Die US-Demokraten haben das Endergebnis ihrer Präsidentschaftsvorwahl 2020 nach tagelanger Verzögerung im Bundesstaat Iowa veröffentlicht. Demnach schlug Ex-Bürgermeister Pete Buttigieg den den Senator Bernie Sanders denkbar knapp. Buttigieg erhielt 26,2 und Sanders 26,1 Prozent der Stimmen.

Eine technische Panne – offenbar eine fehlerhafte App – sorgte zunächst für massive Verzögerungen bei der Auszählung. Doch am Dienstagabend (Ortszeit) gab es endlich die ersten Ergebnisse zur Vorwahl in Iowa: Demnach steuert der offen schwule Pete Buttigieg in dem US-Bundesstaat auf einen Sieg zu.

pete Buttigieg iowa
Grafik: NPR

Nach Auszählung von 62 Prozent aller Wahlbezirke im Bundesstaat Iowa kam er nach CNN-Berechnungen auf die meisten Delegiertenstimmen – gefolgt von Bernie Sanders. Auf Rang drei lag Elizabeth Warren, Platz vier ging an den früheren US-Vizepräsidenten Joe Biden.

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Zuvor hatte sich bereits der linke Senator Bernie Sanders aus Vermont zum Sieger der ersten demokratischen Vorwahl in Iowa erklärt. Nach Angaben seines Wahlkampfteams habe er den Bundesstaat knapp für sich entschieden. Der 78-Jährige liege nach Auszählung von knapp 40 % der Stimmen mit gut 28,6 % vor Buttigieg, hiess es.

Dass Pete Buttigieg mit einem Mann verheiratet ist (und ihn auch schon öffentlich küsste), ist offenbar noch nicht bei allen angekommen. In einem online gestellten Video aus Iowa ist eine homophobe Buttigieg-Anhängerin zu sehen, die bisher keine Ahnung hatte, dass ihr Kandidat schwul ist.

«Wollen Sie sagen, dass er einen gleichgeschlechtlichen Partner hat?», fragte sie. «Ja, ja, tut er», entgegnete die Wahlhelferin.

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«Machen Sie Witze ?!», fragte die Wählerin nach. «Ja, er ist mit ihm verheiratet, ja», lautete die Antwort.

«Nun», sagte die christliche Wählerin, «so einen will ich nicht im Weissen Haus. Kann ich meinen Stimmzettel zurück haben?» Schliesslich empfahl sie noch, Buttigieg möge die Bibel lesen.

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Der offen schwule Ex-Bürgermeister von South Bend im US-Bundesstaat Indiana im April 2019 seine Kandidatur bekanntgegeben (MANNSCHAFT berichtete). In den letzten Monaten hatte er sich in Iowa einquartiert und eine grosse Propagandamaschine ins Rollen gebracht, unter anderem mit öffentlichen Auftritten und gezielter Werbung. Das zahlt sich nun offenbar aus.

Der 3-Millionen-Einwohner-Bundesstaat ist auf nationaler Ebene nicht eben ein Schwergewicht. Doch genau dort hat sich in der Vergangenheit oft gezeigt, wer am Ende als Kandidat seiner Partei das Rennen macht. Die Signalwirkung ist entsprechend gross.

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Dem Business Insider zufolge verfügt der 38-jährige Buttigieg über ein Wahlbudget von 23 Millionen US-Dollar im Vergleich etwa zu seinem Konkurrenten Biden mit knapp 9 Millionen US-Dollar.

Ausgerechnet die LGBTIQ-Community scheint bezüglich Buttigieg aber gespalten zu sein. Der Präsidentschaftskandidat befürwortet auch weiterhin die landesweite Steuerbefreiung von Kirchen, selbst wenn diese sich weigern, die Ehe für alle zu unterstützen. Diese Positionierung löste innerhalb der Community viel Kritik aus.

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Der Lieblings-Präsidentschaftskandidat der queeren Amerikaner*innen, die bei den parteiinternen Vorwahlen wählen dürfen, heisst denn auch: Bernie Sanders. Das zeigte Anfang der Woche eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Morning Consult. Auf den Senator entfielen 34 %, nur 12 % auf Buttigieg.

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