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Gedenken an Mordaktion gegen Schwule im KZ

Am Sonntag, den 23. April 2017, wird in der Gedenkstätte Sachsenhausen eine Gedenkstunde aus Anlass des 75. Jahrestages der Mordaktion an den homosexuellen Häftlingen des Konzentrationslagers Sachsenhausen abgehalten. Die Feier findet im Rahmen des Gedenkens anlässlich des 72. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers statt.

Im Juni 1942 wurden fast alle damaligen „Rosa-Winkel-Häftlinge“ aus dem Hauptlager ins nahe gelegene Außenlager Klinkerwerk verlegt. Damit begann eine Mordaktion an Homosexuellen, die mehrere Monate andauerte. Bis zum September 1942 wurden etwa 200 Häftlinge von der SS getötet: durch sadistische Misshandlungen und absichtlich herbeigeführte Unfälle oder durch Erschießung „auf der Flucht“.

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[perfectpullquote align=“full“ cite=““ link=““ color=““ class=““ size=““]In den eingezäunten Baracken haben sich die besonders sadistischen SS-Männer an ihnen ausgetobt.[/perfectpullquote]
Die Gedenkstunde wird eingeleitet durch Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und Leiter der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen. Er engagiert sich seit über 20 Jahren für die Berücksichtigung der homosexuellen Opfer in der Gedenk- und Erinnerungskultur und wurde dafür 2013 vom Bündnis gegen Homophobie für den Respektpreis nominiert. In der Gedenkstätte ist eine Dauerausstellung zu den Exzess- und Direkttätern zu sehen. Hier wird auch ausführlich auf die grausamen Morde an schwulen Häftlingen in der so genannten Isolierung eingegangen. In den eingezäunten Baracken wurden zeitweise alle schwulen Häftlinge untergebracht; dort haben sich dann die besonders sadistischen SS-Männer an ihnen ausgetobt.

Die Gedenkfeier wird vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) e.V. in Kooperation mit dem Historiker Alexander Zinn ausgerichtet. Sie beginnt um 14.15 Uhr am ehemaligen Block 14. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, an der Gedenktafel für die homosexuellen Häftlinge Kränze und Blumen niederzulegen.

Wie noch nach dem Krieg in Deutschland Schwule verfolgt wurden, etwa im Rahmen der Frankfurter Homosexuellenprozesse, will der Dokumentarfilm «Das Ende des Schweigens» aufarbeiten.

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