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Bisher grösste Jerusalem Pride – trotz Gegendemos

Auf der Jerusalem Pride haben am Donnerstag nach Angaben der Veranstalter rund 35.000 Menschen demonstriert – in Medienberichten ist teilweise nur von über 15.000 Demonstrant*innen die Rede. Es sei die bisher größte Pride-Parade in Jerusalem, schrieben sie bei Facebook. Sie forderten gleiche Rechte für queere Menschen sowie eine erneute Änderung des Leihmutterschaftsgesetzes. «Das Gesetz ist diskriminierend gegen schwule Männer», sagte Eran Globus, Vorsitzender des Jerusalem Open House, das die Pride veranstaltet, gegenüber der dpa.

Die Polizei war nach Medienberichten mit 2500 Sicherheitskräften im Einsatz. Zwei Gegendemonstrationen waren demnach zugelassen, wie schon im Vorjahr.

Mehr als 200 orthodoxe Rabbiner hätten zuvor einen Brief unterzeichnet, in dem LGBTIQ-Menschen als «pervers» beschimpft wurden. Nach Angaben des israelischen Radios wurden 30 militante Anti-LGBTIQ-Aktivisten aufgefordert, während der Parade außerhalb der Stadt zu bleiben. Vor der Stadt demonstrierten etwa 100 Menschen, unter ihnen nationalistisch-religiöse Rabbis, und forderten die «Rückkehr zur normalen Familie».

Es gab aber auch Bilder wie dieses, das ein israelischer Diplomat postete: «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst», steht auf dem regenbogenfarbenen Schild dieses orthodoxen Juden.

Auch Volker Beck (Grüne), der sich aktuell in Jerusalem aufhält, hat Bilder von der Pride gepostet.

Am Morgen hatte ein Sicherheitsbriefing stattgefunden.

Hintergrund für die große Beteiligung in diesem Jahr ist auch eine Änderung des Leihmutterschaftsgesetzes. Aber das sei nun ein viel größeres Thema geworden, so Globus. Es gehe um die grundsätzliche Frage: „Wird Israel ein Land, in dem alle Menschen, egal ob LGBTIQ oder nicht, frei und ohne Diskriminierung leben können?“ (Er ist Israels erster offen schwuler General.)

Jerusalem Pride
Foto: Jerusalem Open House

Die Regierung hatte im Juli entschieden, dass künftig nicht nur heterosexuelle Paare, sondern auch ledige Frauen mit Hilfe einer Leihmutter Kinder bekommen dürfen – nicht aber  ledige Männer. Schwule Männer sehen sich dadurch benachteiligt, weil sie in ihrem eigenen Land keine Väter werden können.

Vor drei Jahren hatte ein strengreligiöser Jude bei der Parade eine 16-Jährige erstochen. Ein Gericht verurteilte den Mörder später zu lebenslanger Haft plus 31 Jahre. Er hatte bereits im Jahr 2005 bei der Jerusalem Pride Teilnehmer mit einem Messer verletzt.

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