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Crowdfunding für Ausstellung über Karlheinz Weinberger gestartet

Die Bilder von Karlheinz Weinberger weichen ab vom klassischen Männerideal, die zu seiner Zeit in der schwulen Kultur populär waren. (Bilder: zvg)

Schwule Popkultur vergöttert den jungen, makellosen und unbehaarten Mann. Nicht so Karlheinz Weinberger (1921–2006). Der Zürcher Fotograf erlangte Bekanntheit mit seinen Porträts der «Halbstarken» – behaarte, etwas ältere Männer, die Weinberger auf den Strassen Zürichs fotografierte.

Die Photobastei in Zürich will vom 1. November bis 22. Dezember 2018 eine erste umfassende Retrospektive zu Karlheinz Weinberger zeigen. Um die Leihgebühr und das zusätzliche Aufarbeiten der Werke zu finanzieren, haben die Veranstalter ein Crowdfunding gestartet. Innert 100 Tagen sollen 28’000 CHF zusammenkommen, für das Erreichen der ersten Etappe werden knapp 18’000 CHF benötigt.

Doch hinter Weinbergers Arbeit stecken mehr als nur die Halbstarken: Die Ausstellung in Zürich soll erstmals sein gesamtes Werk zeigen, darunter Schlüsselwerke aus allen Perioden sowie Werkteile, die einen starken Bezug zu Zürich haben. Der kuratorische Ansatz folgt dabei einer erotischen Spur, die sich von den frühesten bis zu den letzten Bildern zieht und die das künstlerisch-fotografische und erotische Selbstverständnis Weinbergers sichtbar macht.

Die Ausstellung wird von Patrik Schedler konzipiert, der seit dem Jahr 2000 das Werk und später den Nachlass von Karlheinz Weinberger erschloss. «Nach seinem Tod inventarisierte ich als Willensvollstrecker den künstlerischen Nachlass und organisierte dessen Aufbewahrung im Schweizerischen Sozialarchiv», sagte Schedler. Zurzeit verfasst er eine Biografie von Karlheinz Weinberger, die im Limmat Verlag auf die Eröffnung der Ausstellung in Zürich hin erscheinen wird. «Weinberger hat mich in den letzten sechs Lebensjahren als Freund und Willensvollstrecker instruiert. Dieses künstlerisch-fotografische und erotische Selbstverständnis möchte ich mit der Ausstellung in Zürich sichtbar machen. Deshalb ist es so wichtig, dass ich noch unveröffentlichte Werkteile, die für sein künstlerisches Verständnis wichtig sind, aufarbeiten und erstmals in Zürich zeigen kann.»

Unterstützer*innen des Crowdfundings dürfen aus verschiedenen Goodies auswählen, darunter eine Postkarte, die zu erscheinende Biografie oder eine geführte Führung mit Schedler oder Romano Zerbini, Direktor der Photobastei.

Mehr Informationen auf der offiziellen Seite des Crowdfundings.

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