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Roman Lob: „Der ESC ist nur noch Kirmes“

Roman Lob
Roman Lob vor dem Friedrichstadt-Palast (Foto: Patrick Hoffmann)

Mit «Standing Still» holte er 2012 für Deutschland den achten Platz beim ESC. Noch bis Sommer steht Roman Lob im
Friedrichstadt-Palast in Berlin «The One Grand Show» auf der Bühne. Wir ziehen mit Roman Bilanz und verraten Euch, wie Ihr günstiger an Tickets für die Show kommt.

Roman, „The One Grand Show“ wird die voraussichtlich bestverkaufte Show im Friedrichstadt-Palast, mit weit über 750.000 verkauften Tickets. Und Du warst dabei. Am 5. Juli ist es vorbei. Traurig?
Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge, wie man so schön sagt. Ich bin schon happy, wieder mein eigenes Ding zu machen, aber werde das Ensemble und die schönen Momente sicher vermissen. Gerade wenn man jeden Tag vor ausverkauftem Haus spielt – das hast Du als Solokünstler in der Form sonst natürlich nicht. Die Leute applaudieren und geben Dir Anerkennung – das ist schon sehr geil. Ich gebe auch die letzten Wochen hier noch mal Vollgas, aber ich freue mich eben auch auf meine eigenen Sachen. Da bin ich schon sehr happy: Es gibt ein neues Album, ich gehe wieder auf Tour gehen und so weiter.

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Hat Dich die Arbeit in irgendeiner Form auch bereichert und vorangebracht?
Ich glaube, gesanglich habe ich noch ein bisschen dazu gelernt, weil man seine Stimme viel trainiert. Das ist bei acht Shows pro Woche echt wichtig, sonst hält man es nicht durch, das ist nämlich echt anstrengend. Ich hatte mir auch für die Zeit am Friedrichstadt-Palast und für mein neues Album eine Gesangslehrerin genommen, damit ich da nochmal besser werde. Das ist auch meinen Produzenten aufgefallen und meiner Band, wie sich das noch entwickelt hat.

Rückblickend betrachtet: Hat sich für Dich erfüllt, was Du von dem Abenteuer Revuetheater erwartest hast?
Schauspielerei und Tanzen, das war für mich nie ein Thema. Aber mittlerweile interessiert mich das. Die ganze Theaterwelt – das war früher für mich gar keine Frage, dass ich das mal mache. Wenn ich daran denke, dass vor mir große Namen der Showbranche wie Joe Cocker, Phil Collins, Udo Jürgens, oder Liza Minnelli auf der Bühne des legendären Hauses standen, erfüllt mich das mit großer Dankbarkeit. Das waren für mich am Ende zwei unvergessliche Jahre.

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Was sind Deine Pläne für den Rest des Jahres?
Ich bin im Sommer vermutlich mit der „Disney Magic Moments“-Tour und einem großen Orchester unterwegs. Da singen wir Disney-Songs in großen Arenen, und auf der Leinwand werden Sequenzen aus den Filmen gezeigt. Das ist echt geil, total emotional. Und Ende des Jahres kommt meine neue Platte, ein Singer-Songwriter-Album. Da habe ich schon seit 2015 dran geschrieben. Meine letzten Platten hat ja Thomas D. produziert und mitgeschrieben, und dieses Mal war er noch mehr in den Prozess integriert. Mit dem Album bin ich wirklich sehr happy.

Du hast die letzten eineinhalb Jahre in Berlin gelebt. Bleibst Du hier?
Nein, ich gehe zurück. Berlin ist cool gewesen, aber ich merke schon, dass ich in der Kölner Umgebung zu Hause bin.

Roman Lob
Vom ESC zum Friedrichstadt-Palast: Roman Lob (Foto: Alina Frings)

Klingen die Songs, die Du in Berlin schreibst, eigentlich anders?
Es sind jetzt nicht viele, die ich hier geschrieben habe, aber die sind auf jeden Fall hektischer als die, die ich sonst schreibe. Das mache ich sonst bei Thomas D auf dem Hof – da ist keine Menschenseele. Hier ist halt viel mehr Action, da kriegst du viel mehr mit oder nimmst eben andere Sachen wahr. Das merke ich auch an mir: Ich bin selber hier auch viel hektischer als zu Hause auf dem Land.

Im Mai findet wieder der ESC statt. Guckst Du das als ehemaliger Finalist?
Ich habe ihn letztes Jahr gesehen, als Portugal gewonnen hat. Den Song fand ich gar nicht so geil, fand‘s aber trotzdem gut, dass er gewonnen hat, weil es die einzige musikalisch überzeugende Nummer war. Wer war 2017 nochmal für Deutschland da .. Levina! (seufzt) Ich habe mir echt vorgenommen, es nicht mehr zu gucken, weil ich es echt traurig finde.

Traurig, was wir da hinschicken oder wie wir abschneiden?
Nein, wie wir abschneiden. Schlecht sind die Sachen ja nicht, die wir da hinschicken. Im Gegenteil, auch nicht in den letzten Jahren. Schau dir die anderen Songs an: Du hast heute bei jeder Nummer Feuerwerk und so viele Ostblock-Dancenummern, die echt schlecht produziert sind, meiner Meinung nach. Und da schicken wir Deutsche hin und denken, das ist ein geiler Song, aber wir werden letzter.

Aber Du guckst es tapfer trotzdem?
Ich werde es mir dieses Jahr angucken, weil ich Michael Schulte auch flüchtig kenne. Und ich finde seinen Song super, er singt auch super. Aber man hat immer im Hinterkopf: Wir werden ja eh letzter. Was ich nicht hoffe! Wobei … das hab ich bei den letzten Malen auch gesagt, und dann landen wir doch wieder da.

Würdest Du ausschließen, nochmal hinzugehen?
Ja. Ich war 2012 Achter und denke mir, es kann eigentlich nur schlechter werden, so wie es im Moment läuft. Wenn die Veranstaltung sich ändern würde, vielleicht. Aber so wie sie jetzt ist … Jede Nummer klingt gleich, dazu die schlechten Witze von den Moderatoren. Ich muss das echt so sagen: Das wird einem als Musikveranstaltung verkauft, aber letztendlich ist es nur noch Kirmes und Rummel.

„The One Grand Show“ läuft noch bis zum 5. Juli im Friedrichstadt-Palast Berlin.
Jetzt Dein Ticket sichern mit EUR 20 Rabatt* – online oder telefonisch buchbar mit dem Stichwort „Mannschaft“

*Preiskategorie Sky Lounge bis 3./ Ermässigungen sind nicht kombinierbar.

www.palast.berlin / +49 (0)30 2326 2326

Kriss Rudolph

Geschrieben von

Kriss Rudolph lebt mit seinem Hund Mompa in Berlin. Bei MANNSCHAFT ist er als Online-CvD und als Chefredakteur der deutschen Print-Ausgabe tätig.

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