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Täglich eine Stunde auf Grindr macht unglücklich

Wer zu viel Zeit mit seinem Smartphone verbringt, soll gemäss einer Datenauswertung weniger glücklich sein. (Bild: iStock)

Mehr als Dreiviertel aller Grindr-Nutzer, die täglich über eine Stunde mit der Dating-App verbringen, sind unglücklich. In Zusammenarbeit mit den Machern der App «Moment» hat die Organisation «Time Well Spent» die Daten von 200’000 iPhone-Nutzer_innen ausgewertet und ein Ranking der glücklich und unglücklich machenden Apps zusammengestellt. Grindr schneidet gar nicht gut ab – die Dating-App für schwule Männer landet auf dem ersten Platz der Unglücklichmacher. Auf Platz 3 liegt Facebook, gefolgt von Tinder auf Platz 9 und Instagram auf Platz 12.

Das Ranking von «Time Well Spent». (Bild: Scrennshot)

Weniger ist mehr
Auslöser für negative Gefühle sind nicht die Apps per se, sondern die Aufmerksamkeit, die man mit ihnen schenkt. Je mehr Zeit man ihnen schenkt, desto mehr nimmt das persönliche Wohlbefinden ab. Wer nur 22 Minuten statt einer Stunde im Facebook surft soll glücklicher sein, meint Time Well Spent. Dasselbe gilt für Netflix: 40 Minuten Serien schauen soll sich positiv auf die Gefühlswelt auswirken im Gegensatz zum Bingewatching. Mannschaft Magazin hat die Organisation angefragt, wieviel Nutzungszeit sie für Grindr empfehlen, um unglückliche Gefühle zu vermeiden.

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Nicht die Apps sind schuld, sondern die Zeit, die wir mit ihnen verbringen. (Bild: Time Well Spent)

Im Ranking der glücklich machenden Apps steht «Calm» an erster Stelle – eine App, die anhand von Meditationsübungen verminderten Stress und einen besseren Schlaf verspricht. Weitere Apps, die eine positive Auswirkung auf unser Wohlbefinden haben, sind solche, die Hobbys wie Musik hören oder lesen nachgehen, etwa «Spotify» oder «Kindle». Auffallend ist, dass alle glücklichen Nutzerinnen und Nutzer nicht mehr als 26 Minuten mit diesen Apps verbringen.

«Unsere Gesellschaft ist eine Geisel der Technologie», schreibt Time Well Spent auf ihrer Website. «Wir befinden uns an einem Wendepunkt unserer Geschichte. Wir müssen uns von der Technologie distanzieren, die uns unserer Aufmerksamkeit beraubt, und uns einer Technologie annähern, die unseren Verstand beschützt und der Gesellschaft einen Dienst erweist.»

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