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Russische LGBTIQ-Aktivistin nach Prozessauftakt in Hungerstreik

hr Anwalt hatte zum Prozessauftakt im April die Unschuld seiner Mandantin beteuert

Homo-Propaganda
Die russische LGBTIQ-Aktivistin Yulia Tsvetkova stand wiederholt wegen «Homo-Propaganda» vor Gericht (Foto: privat)

Die russische Künstlerin und LGBTIQ-Aktivistin Yulia Tsvetkova ist aus Protest gegen das Gerichtsverfahren gegen sie in einen Hungerstreik getreten.

«Ich verlange, meinen Prozess öffentlich zu machen», schrieb Yulia Tsvetkova am Samstag bei Facebook. Die Gründe für den Ausschluss der Öffentlichkeit seien weit hergeholt. Der 27 Jahre alten Feministin wird die Herstellung und Verbreitung von pornografischem Material vorgeworfen, weil sie künstlerische Darstellungen des weiblichen Körpers in den sozialen Medien teilte. Ihr Anwalt hatte zum Prozessauftakt im April die Unschuld seiner Mandantin beteuert.

Sie verlange zudem, sich «mit allen rechtlichen Mitteln» verteidigen zu können und das Verfahren nicht länger hinauszuzögern, schrieb Zwetkowa. «Wie Sie sehen, bitte ich nicht darum, mich freizusprechen.» Die Staatsanwaltschaft und die Richter sollten ehrlich zu sich selbst sein und endlich eine Entscheidung treffen. Für sie sei es schwer, isoliert zu sein und nicht arbeiten zu können.

Die Menschenrechtsorganisationen Memorial und Amnesty International haben die Frau offiziell auf die Liste der politisch Verfolgten gesetzt. Amnesty hatte zuletzt die russischen Behörden aufgefordert, alle Vorwürfe gegen Zwetkowa fallenzulassen. Sie habe lediglich von ihrer Kunstfreiheit Gebrauch gemacht, so die Menschenrechtler. Die Aktivistin ist für ihren Einsatz für die Rechte von LGBTIQ landesweit bekannt.


Im vergangenen Jahr wurde sie zu einer Geldstrafe von 75.000 Rubel (etwa 940 Euro) verurteilt: Ihr Vergehen: Sie stellte Zeichnungen von Regenbogenfamilien online. Das gilt in Russland als «Homo-Propaganda».


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