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Vier Polizisten nach Mord an LGBTIQ-Aktivist angeklagt

Zak Kostopoulos starb im Herbst 2018 in Athen

Mord an LGBTIQ-Aktivist
Zak Kostopoulos (Foto: Justice for Zak/ ZackieOh)

Zak Kostopoulos starb im September 2018. Diese Woche wurden nun zwei Geschäftsmänner und vier Polizisten wegen tödlicher Körperverletzung angeklagt, die zum Tod des LGBTIQ-Aktivisten in der Innenstadt von Athen geführt hatte.

Das Gericht folgt einer Empfehlung des Staatsanwalts, dass die sechs Personen vor Gericht gestellt werden sollen. Abgelehnt wurde einem Bericht des National Herald zufolge aber ein Antrag der Familie des getöteten Kostopoulos, den Fall als vorsätzlichen Mord zu werten.

Zak Kostopoulos
Ein Graffiti fordert Gerechtigkeit für Zak Kostopoulos (Foto: Alexandra Amanatidou)

Am 21. September 2018 schlugen ein 73-jähriger Juwelier und ein 55-jähriger Makler einen mutmasslichen Dieb zusammen, der angeblich das Geschäft des Juweliers zu berauben versuchte. Als acht Polizisten vor Ort kamen, gingen sie so brutal gegen den 33-Jährigen vor, dass dieser auf dem Weg ins Krankenhaus seinen Verletzungen erlag.

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Immer wieder müssen Aktivist*innen, die für LGBTIQ-Menschenrechte kämpfen, mit dem Leben bezahlen. Im Herbst wurde der ugandische Aktivist Wasswa «Brian» John in seinem eigenen Haus brutal attackiert und starb später im Krankenhaus (MANNSCHAFT berichtete). Im Sommer wurde Jelena Grigorjewa, die sich insbesondere für LGBTIQ-Rechte in Russland eingesetzt hatte, getötet (MANNSCHAFT berichtete).

Die Brutalität, sowohl der zwei Geschäftsmänner als auch der Polizisten, schockierte im Herbst 2018 die griechische Gesellschaft. Als herauskam, dass es sich um keinen Dieb handelte – Handyaufnahmen zeigten, wie der offenbar in Panik geratene Zak sich zu befreien versuchte und mit einem Feuerlöscher auf die Glastür einschlug -, sondern um den bekannten griechischen LGBTIQ-Aktivisten Zak Kostopoulos, der sich eigentlich nur vor einem Mobber in Sicherheit bringen wollte (MANNSCHAFT berichtete), änderte sich die öffentliche Diskussion.

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Der 33-Jährige liebte Männer, identifizierte sich weder als weiblich noch als männlich und war ein Drag-Künstler, namens ZackieOh. Zak und ZackieOh sollen zwei komplett unterschiedliche Persönlichkeiten gewesen sein. In den Augen von Zak konnte man immer einen schüchternen Jungen erkennen, während sich ZackieOh «als eine stolze Schlampe bezeichnete», so seine beste Freundin, Stavroula (35), die auch einer der Koordinatorinnen der Bewegung Justice for (Gerechtigkeit für) Zak/ ZackieOh ist.

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Grosse Solidarität nach Mord an LGBTIQ-Aktivist
Für Gerechtigkeit setzten sich aber nicht nur Freund*innen und Bekannte von Kostopoulos ein, sondern auch 142 Künstler*innen und Organisatoren der Ausstellung für zeitgenössische Kunst Documenta 14, die eine klare Stellungnahme und Aufklärung vom damaligen Premierminister Alexis Tsipras forderten. Zusätzlich war die Athens Pride 2019 dem getöteten Aktivisten gewidmet.

Seit 2005 gilt in Griechenland ein Antidiskriminierungsgesetz, das die Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung in den Bereichen Arbeit, Bildung, Eigentum, Gesundheitswesen sowie Zugang zu Waren und Dienstleistungen verbietet – hier wurden EU-Antidiskriminierungsvorschriften umgesetzt.

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Ende 2015 beschloss das griechische Parlament die Einführung Eingetragener Lebenspartnerschaften für Homosexuelle – nachdem das Land vom Europäischen Gerichtshof verurteilt worden war, weil es Lebenspartnerschaften zwar ab 2008 gab, diese aber nur für Heteros ausgestaltet waren. Eine Eheöffnung ist in Griechenland immer noch in weiter Ferne (MANNSCHAFT berichtete).

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