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USA: MSM-Blutspenden könnte über 1 Mio. Menschen retten

Der Auschluss von Schwulen und Bi-Männern soll noch stärker gelockert werden

Bild: Flickr/ec-jpr (CC BY-NC-ND 2.0)

Da die Blutbestände während der Pandemie weiter sinken, fordern 20 Generalstaatsanwälte von Trump, die Beschränkungen bei der Blutspende durch schwule und bisexuelle Männer weiter zu lockern. Sie haben sehr gute Argumente.

Die Generalstaatsanwälte u.a. aus New York, Kalifornien, Virginia und Vermont haben einen offenen Brief unterschrieben – sie sind die wichtigsten Rechtsberater der Regierung ihres Bundesstaates.
Ihre Forderung an das Gesundheitsministerium: ein geschlechtsneutrales, verhaltensbasiertes Screening von Blutspendern.

IKEA, Metro und DB fordern: Blutspende-Verbot lockern!

Die diskriminierenden Beschränkungen gegen gesunde schwule und bisexuelle Amerikaner hätten viel zu lange bestanden, schreiben sie.


Sie verweisen auf eine Analyse des Williams Institute der University of California der Los Angeles School of Law aus dem Jahr 2014. Die Daten deuteten darauf hin, dass eine vollständige Aufhebung des Blutspendeverbots für MSM im Vergleich zu einer zwölfmonatigen „Aufschubfrist“ nach dem letzten sexuellen Kontakt mit MSM einen enormen Erfolg brächte – nämlich insgesamt zwei Millionen zusätzliche berechtigte Blutspender, darunter wären fast 175.000 wahrscheinliche Spender. Die würden jährlich über 140.000 Liter ​​zusätzliche Konserven bringen.

Rein und Raus – Geht’s beim Sex auch ohne Penetration?

Basierend auf Schätzungen des Amerikanischen Roten Kreuzes kann die Blutspende bei lebensrettenden Verfahren bei drei Personen eingesetzt werden Das Williams Institute kommt zu dem Schluss, dass die Aufhebung des Blutspendeverbots bei MSM dazu beitragen könnte, das Leben von mehr als einer Million Menschen zu retten.

Die veralteten Beschränkungen begannen in den Tagen der AIDS-Pandemie, als gegen schwulen und bisexuellen Männern ein lebenslanges Verbot der Blutspende verhängt wurde. Dieses Verbot wurde schliesslich im Jahr 2015 aufgehoben, jedoch nur, wenn die Spender ein ganzes Jahr lang nicht sexuell aktiv waren.


Angesichts der aktuellen Pandemie wurden die Beschränkungen kürzlich auf anhaltenden Druck von Politikern und LGBTIQ-Aktivisten auf drei Monate reduziert.

Da die amerikanischen Blutzentren weiterhin mit einem ernsthaften «Problem der nationalen Versorgung» konfrontiert sind, argumentieren die Generalstaatsanwälte, dass die bisherige Lockerung einfach nicht weit genug geht.

«Die überarbeiteten Leitlinien hindern viele LGBTIQ-Amerikaner weiterhin daran, einen vollständigen Beitrag gegen die Blutknappheit zu leisten», so die Unterzeichner*innen des Briefes.

Auch in deutschen Krankenhäusern werden lebensrettende Blutkonserven knapp. Die Ausbreitung des Coronavirus senkt die Bereitschaft zur Blutspende und verschärft so das Problem. Für Abhilfe will u. a. die FDP sorgen (MANNSCHAFT berichtete).


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