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Viele MSM in den USA verzichten wegen Affenpocken auf Sex

Daten zeigen eine Veränderung des Sexualverhaltens

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Bild: iStockphoto

Eine Umfrage aus den Vereinigten Staaten unter Männern, die Sex mit Männern haben, zeigt, dass rund die Hälfte der Teilnehmer die Anzahl ihrer Sexualpartner wegen der Affenpocken reduziert. Eine andere Studie analysiert, wie gross der Einfluss solcher Massnahmen auf die Ausbreitung der Krankheit ist.

Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), ändern wegen der momentan grassierenden Affenpockenviren ihr Sexualverhalten. Diesen Schluss legen die Resultate einer Online-Umfrage aus den USA nahe. Sie wurde von den «Centers for Disease Control and Prevention (CDC)» durchgeführt und zwischen dem 5. und 15. August von 824 Männern ausgefüllt.

Viel Zuversicht
48 Prozent der Teilnehmer haben wegen der Ausbreitung der Affenpocken bewusst weniger Sexualpartner. Ziemlich genau 50 Prozent gaben an, ihre einmaligen Sexualkontakte zu reduzieren. Dies gilt ebenso für den Geschlechtsverkehr mit Partnern, die man auf Dating-Apps oder in Sex Clubs findet.

11,4 Prozent der befragten MSM kennen jemanden mit Affenpocken. 82,3 Prozent sind jedoch zuversichtlich, dass sie sich vor einer Infektion erfolgreich schützen können.


Wichtige Veränderungen
«Diese Ergebnisse legen nahe, dass MSM bereits Massnahmen zum Schutz ihrer sexuellen Gesundheit ergreifen und Entscheidungen treffen, um das Risiko für sich selbst und ihre Partner zu verringern», schreiben die Autor*innen der in Morbidity and Mortality Weekly Report veröffentlichten Umfrageresultate.

«Diese Veränderungen sind wichtig, um MSM vor einer Ansteckung zu schützen, bevor der Zugang zum Impfstoff möglich ist», so die Autor*innen weiter.

Von welcher Bedeutung dieses Verhalten sein kann, berichten die CDC in einer zweiten Studie: Die einmaligen Sexualkontakte verursachten schätzungsweise 50 Prozent der Affenpocken-Übertragungen. Eine Reduktion der Kontakte um 40 Prozent könne damit die Anzahl der Infizierten um bis zu 31 Prozent verringern und damit die Ausbreitung verlangsamen. Dies würde wertvolle zusätzliche Zeit geben, in der mehr Menschen geimpft werden könnten.


Bereits Ende Juli hatte die Weltgesundheitsorganisation MSM zu weniger Sexualpartner geraten (MANNSCHAFT berichtete).

Schweiz noch nicht so weit
Auch zur Impfung gibt es dank der Umfrage einige Daten: Bereits ein Fünftel der Teilnehmer hatte mindestens eine Dose des Impfstoffs «Jynneos» erhalten. Etwas weniger als ein Drittel gab an, sich in nächster Zeit um eine Impfung zu bemühen. Die Befragung zeigt auch, dass der Anteil der Geimpften in den Städten wesentlich höher ist als in den anderen Lebensräumen.

In der Schweiz ist man noch nicht so weit wie in den Vereinigten Staaten. Der Bund hat inzwischen zumindest versprochen, Impfdosen zu beschaffen (MANNSCHAFT berichtete). Wie die Aids-Hilfe Schweiz vergangene Woche in einem Webinar mitteilte, hoffe man, dass mit der Verabreichung noch im September begonnen wird.



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