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Tommy Dorfman («Tote Mädchen lügen nicht») outet sich als trans

Mit der Netflix-Serie wurde Dorfman 2017 schlagartig bekannt. Nun outet sich der Star, der mit einem schwulen Mann verheiratet ist

Tommy Dorfman
Tommy Dorfman (Foto: Instagram)

In einem Interview mit dem US-Magazin Time hat sich Tommy Dorfman – bekannt aus der Netflix-Serie «13 Reasons Why» – diese Woche als trans Frau geoutet.

«Seit einem Jahr habe ich mich privat als Frau identifiziert und auch so gelebt», sagt die Schauspielerin. Sie ergänzt, dass ein echtes «Coming-out» jetzt nicht wirklich nötig gewesen sei, weil sie auf Instagram im vergangenen Jahr regelmässig Fotos von ihrer Transition gepostet habe, die alle sehen konnten.

«Es ist komisch über ein Coming-out nachzudenken, weil ich ja nirgendwo [anders] hingegangen bin. Ich sehe den heutigen Tag als Neuvorstellung von mir als Frau, nachdem ich eine medizinische Transition durchlaufen habe. Coming-outs werden immer als so eine grosse Offenbarung behandelt, aber ich war niemals nicht out. Heute geht’s um Klarheit: Ich bin eine trans Frau. Meine Pronomen sind sie/ihr. Mein Name ist Tommy.»

 

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Im Time-Interview bekräftigt die 29-Jährige, dass sie ihren Namen behalten wolle, um ihren Namensvetter zu ehren, der «wie ein Onkel war, der mich hielt, als er starb». Bereits im November 2017 hatte Dorfman erklärt, nichtbinär zu sein und ihre Pronomen in they/them geändert.


Keine Männerrollen mehr
Im Interview gab Dorfman auch bekannt, dass sie künftig keine Männerrollen mehr spielen wolle. Denn es sei für sie unmöglich, ihre persönliche und professionelle Transition voneinander zu trennen. Schliesslich seien ihr Gesicht und ihr Körper verbunden mit ihrer Karriere. «Ich bin am bekanntesten dafür, dass ich einen lästernden schwulen Dichter in einer Soap Opera spiele. Ich hatte Angst, dass ich durch meine aktive Transition in meinem Privatleben die Karriere verlieren könnte, die man mir vorausgesagt hat. Aber ich bin nicht mehr daran interessiert ‹männliche› Charaktere zu spielen – ausser vielleicht auf eine Cate-Blanchett-spielt-Bob-Dylan Art und Weise.“

Mit «13 Reasons Why» – auf Deutsch bekannt als «Tote Mädchen lügen nicht» – wurde Dorfman 2017 über Nacht berühmt in der Rolle des «Ryan Shaver». Von der Serie gab es bis 2020 vier Staffeln. Ausserdem spielte Dorfman 2019 in New York in der Theaterproduktion «Daddy» von Jeremy O. Harris mit, von dem auch das kontroverse Theaterstück «Slave Play» ist, das sich provokativ mit Fragen rund um Rassismus und (Homo)Sexualität auseinandersetzt (MANNSCHAFT berichtete).

Beziehung zu Ehemann neu definieren
Aus der Transition ergeben sich auch Veränderungen für ihre Beziehung zu Ehemann Peter Zurkuhlen, mit dem der Star seit neun Jahren zusammen ist. Die beiden hatten sich 2015 verlobt und ein Jahr später in Portland geheiratet.


«In unserer Beziehung wurde ich als Person mit einem eher männlichen Körper gesehen», sagt die Schauspielerin über ihren schwulen Partner. Zwar liebe Dorfman Ehemann Zurkuhlen nach wie vor: «Aber wir haben gelernt, dass das, was mich als trans Frau interessiert, nicht unbedingt in einem schwulen Mann reflektiert wird.» Beide hätten «unglaubliche» Gespräche miteinander geführt, um ihre Beziehung neu zu definieren, sagt Dorfman. «Die Transition war befreiend und klärend.»

 

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Auf Instagram schreibt Dorfman jetzt: «Ich bin ganz besonders jeder einzelnen trans Person dankbar, die vor mir diesen Weg gegangen ist, Barrieren eingerissen und ihr Leben riskiert hat, um authentisch zu leben und radikal sie selbst zu sein. Danke an all die trans Frauen, die mir gezeigt haben, wer ich bin, wie ich leben soll, mich zelebrieren und meinen Raum in dieser Welt einnehmen kann.»

Übrigens: Als im August 2020 Fotos auftauchten, auf denen «Kissing Booth»-Star Jacob Elordi und Dorfman zusammen im Urlaub zu sehen sind und sich küssen, sorgten Fans für einen «Melt-down» des Internets, wie verschiedene Boulevardmedien meldeten. Elordi spielte damals erstmals in der HBO-Serie «Euphoria» einen Teenager, der sich sexuell von trans Frauen angezogen fühlt, das aber nicht öffentlich zugeben will (MANNSCHAFT berichtete).


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