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Toiletten-Streit in den USA: Endgültiger Sieg für trans Jungen

Der Oberste Gerichtshof der USA lehnte einen Berufungsantrag ab

Gavin Grimm
Gavin Grimm (Bild: Facebook)

Der Supreme Court beendet den jahrelangen Streit um die freie Toilettenwahl in den USA. Der Oberste Gerichtshof ging nicht auf den Berufungsantrag der Schulbehörde aus Virginia ein. Damit gewinnt Gavin Grimm, der 2014 als junger trans Schüler diesen Kampf aufgenommen hatte.

2014: An einer Sitzung der Schulbehörde des Gloucester County in Virginia tritt Gavin Grimm – damals noch ein junger Schüler – ans Rednerpult. Er erklärt zunächst, dass die Anwesenden alle den Fehler gemacht hätten, ihn als «Mädchen» zu bezeichnen. Er sei kein Mädchen, sondern ein Junge.

«Ich möchte einfach ein normales Kind sein und in Frieden die Toilette benutzen können», sagt er. Es sei für ihn «erniedrigend», dass man ihn zwingt, auf die für ihn falsche Toilette zu gehen. Die Schüler*innen würden ihm da keine Probleme bereiten – nur die Erwachsenen.

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Entscheidung bleibt
Am Ende haben ihm die Erwachsenen Recht gegeben. Fast sieben Jahre später darf Gavin Grimm als 22-jähriger trans Mann den letzten Sieg vor Gericht feiern. Der Supreme Court lehnte am vergangenen Montag den Berufungsantrag der Schulbehörde aus Virginia ab.


Damit bleibt es bei der Entscheidung des Berufungsgerichts von August 2020: Die Schule habe die verfassungsmässigen Rechte von Gavin Grimm verletzt.

«Wir haben gewonnen»
Als er damals seinen Namen änderte und eine Hormontherapie begann, durfte er während zweier Monate die Toilette für Jungs nutzen. Dann gab es Proteste von Eltern anderer Schüler*innen und er wurde wieder aus der Toilette verbannt. Das alles sollte man einem Kind nicht antun, sagt er in einem aktuellen Interview gegenüber Buzzfeed. Gavin ist heute Aktivist und Erzieher.

Doch er bereut es nicht, den Kampf aufgenommen zu haben. Er fühle «Freude» und «Stolz», wenn er an seine Rolle in diesem historischen Rechtsstreit denke. «Jetzt ist es vorbei. Wir haben gewonnen», schreibt er auf Twitter.


Gratulationen
Zahlreiche LGBTIQ-Organisationen gratulieren Gavin für seinen endgültigen Sieg vor Gericht. So schreibt etwa Alphonso David, Präsident der Human Rights Campaign: «Alle haben das Recht auf gute öffentliche Bildung, ohne Angst haben zu müssen, diskriminiert zu werden, nur weil sie mutig genug sind, sich so zu zeigen, wie sie wirklich sind.»

Die Human Rights Campaign sei dankbar, dass Gavins Ausdauer, Mut und Entschlossenheit endlich belohnt wurden. «Gratulation, Gavin!»

Leben, Farbe, Vielfalt und Liebe
Nachdem die Trump-Regierung 2017 den Schutz von trans Kindern und trans Studierenden aufgehoben hatte, versammelten sich Hunderte von Demonstrant*innen vor dem Weissen Haus. Unter ihnen war auch Gavin Grimm. Er stand damals kurz vor seiner ersten Anhörung vor dem Supreme Court (MANNSCHAFT berichtete).

Am Ende seiner Rede vor den Demonstrierenden war Gavin den Tränen nahe: «Egal, was passiert: Niemand, nicht einmal die Regierung, kann eine Community voller Leben, Farbe, Vielfalt und vor allem Liebe bezwingen.»


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