in

Testen auf HIV & STIs? 8 Ausreden, die wir nicht mehr hören wollen

Die Community muss verantwortungsbewusster werden – die neue Kolumne von Dr. Gay

HIV-Test
Foto: Polina Tankilevitch/Pexels

Wir Präventionsmenschen von Dr. Gay penetrieren die Community ja schon seit Jahrzehnten mit dem gleichen Geleier: Testen! Und wir bitten euch um ganz viel Verantwortung, Regelmässigkeit und – trotzdem reicht es noch nicht.

Es klingt ja ganz easy, wenn wir in unserem Büro für Flyer und Websites die Empfehlungen fürs Testen schreiben: «Männern, die Sex mit Männer haben, wird 1- bis 4-mal jährlich zum Test auf HIV und anderen STI geraten.»

Aber wenn wir aus unserem Büro rauskommen, sind wir vom Dr. Gay-Team auch nur schwule Männer. Testempfehlungen ins echte Leben zu transportieren, das ist ganz schön schwierig.
Hier das Ausreden-Best-of unserer Freunde – und nach einer kurzen Umfrage im Büro:


  • «Ich hatte noch nie was, ich bin ein Glückskind.»
  • «Ich hatte erst gerade was, wäre ja absurd, wenn nochmals…»
  • «Ich habe jetzt kein Geld, aber nächsten Monat.»
  • «Ich habe jetzt keine Zeit, aber nächsten Monat.»
  • «Ich kenne ihn ja, darum …»
  • «Ich kannte ihn nicht, aber …»
  • «Ich habe Angst vor Nadeln.»
  • «Ich habe Angst vor dem Resultat.»

Gut. Wir von Dr. Gay sind ja ein Angebot der Aids-Hilfe Schweiz. Dort kämpfen wir politisch und gemeinsam mit Checkpoints und Fachstellen dafür, dass die Tests billiger werden.

Aber wichtiger: 1 von 45 schwulen Männern hat HIV, ohne es zu wissen. HIV ist eine Epidemie in unserer schwulen Welt. (Sexuell übertragbare Krankheiten – STIs – wie Syphilis oder Tripper sind auch scheisse, aber immerhin heilbar, wenn sie dank Test rechtzeitig gefunden werden.)

HIV wird oft übertragen, weil jemand nicht weiss, dass er HIV-positiv ist. In vielen Fällen hat sich diese Person selbst auch erst gerade erst vor wenigen Monaten infiziert.


Wir sind gut. Wir finden neue Infektionen rasch, weil ihr häufig zum Test geht. Aber wir sind noch nicht gut genug.

Es geht nicht um Schuld von Einzelnen. Wir alle wissen, wie schwierig es manchmal ist, sich zu zu testen – auch nach einem Risiko. Es geht um die Verantwortung füreinander. Wir haben gemeinsam schon so viel erreicht, seit vor 40 Jahren das erste Mal von HIV/Aids berichtet wurde. Wir müssen auch heute unser gemeinsames Ziel im Blick behalten.

HIV-Neuinfektionen können verhindert werden. Dafür müssen wir einander beim Testen unterstützen: motivieren, begleiten, oder einfach mal jemandem den Test finanzieren. Damit uns die Ausreden ausgehen, aber damit auch die Angst vor einer Infektion verschwindet.

Hast du Fragen zu Beziehung, Sex, Drogen, HIV-Risiko oder anderem? Das Expertenteam von «Dr. Gay» ist für dich da. Hier kannst du deine Frage stellen: www.drgay.ch


Georg Bätzing

++ Bätzing bekräftigt Ja zum Segen ++ Lili-Elbe-Strasse in Dresden? ++

Suizidgedanken

Jede*r 4. LGBTIQ Jugendliche hat Suizidgedanken wegen Corona