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Teddy für «Três tigres tristes» – «Zelebriert das Queer-Sein»

Prämiert wurde auch «Nelly & Nadine» über eine lesbische Liebe im KZ

tres tigres tristes
Foto: Cris Lyra

Der queere Teddy-Preis auf der Berlinale für den besten Spielfilm geht in diesem Jahr an «Três tigres tristes» aus Brasilien.

«Ein Film, der das Queer-Sein und die wundervollen Verbindungen, die eine Familie und eine Community ausmachen, zelebriert», schrieb die Jury. Im Film von Gustvao Vinagre lassen sich drei queere junge Menschen durch die von Pandemie und grassierendem Kapitalismus ausgelaugte Stadt treiben, erinnern sich gegenseitig an verstorbene Liebhaber, teilen Erfahrungen über HIV, holen sich Make-up-Tipps für maskierte Gesichter und treffen sich am Ende mit anderen gesellschaftlich Vergessenen zu einer Antiquitäten-Revue im Salon der Sängerin Mirta.

In Vinagres freundlich-surrealistischer Vermessung einer politisch verordneten Amnesie ist eine queere Zeit angebrochen.

In Vinagres freundlich-surrealistischer Vermessung einer politisch verordneten Amnesie ist eine queere Zeit angebrochen, in der Erinnerungen nur überleben können, weil sie gemeinschaftlich geteilt und durch affektive Beziehungen übertragen werden. Wer gemeinsam ausschwärmt, kollidiert nicht. Und wer nicht über Leichen geht, um reich und privilegiert zu sterben, erlebt die Goldene Phase schon jetzt.

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Prämiert wurden auch die Dokumentarfilme «Alis» und «Nelly & Nadine» sowie der Kurzfilm «Mars Exalté». Der schwedische Regisseur Magnus Gertten über sein Werk «Nelly & Nadine», das von zwei Frauen erzählt, die sich an Heiligabend 1944 im Konzentrationslager Ravensbrück ineinander verlieben.


«Es ist ein Film über Familiengeheimnisse, er handelt vom Überleben und der mächtigen Kraft der Liebe. Die Liebesgeschichte zwischen diesen beiden mutigen Pionierinnen hat lange Zeit im Schatten gestanden. Sie verdient es, endlich ans Licht gebracht zu werden.»

Die Begründung der Jury: «Dieser Film veranschaulicht die Notwendigkeit einer queeren Geschichte und eines queeren kollektiven Gedächtnisses zum Zweiten Weltkrieg, während er gleichzeitig den vergessenen Opfern und Überlebenden des Holocausts die lang benötigte Würdigung zukommen lässt. All diese wichtigen Bereiche abzudecken, würde sich für die meisten Filme als schwierig erweisen, aber mit ,Nelly & Nadine‘ und ihrer aussergewöhnlichen Liebe, die allen Widrigkeiten zum Trotz überlebt hat, bekommen wir diese Geschichte von Mut und Widerstandskraft, die mit Anmut erzählt wird und einen bleibenden Eindruck bei jedem Zuschauer hinterlässt.»

Die Teddy-Auszeichnung wird seit 36 Jahren verliehen. Er ist der älteste und bedeutendste queere Filmpreis der Welt (MANNSCHAFT berichtete).



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