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Slowakei gedenkt Opfer des Mordanschlags auf queere Bar

Grosser Jubel bei Ansprache von Präsidentin Caputova

Bratislava
Kundgebung in Bratislava (Foto: Dano Veselský/TASR/dpa)

Tausende Menschen haben sich am Freitag im Zentrum der slowakischen Hauptstadt Bratislava versammelt, um der Opfer des Mordanschlags auf eine queere Bar zu gedenken und gegen Hass auf sexuelle Minderheiten zu protestieren.

Auch Präsidentin Zuzana Caputova und Ministerpräsident Eduard Heger nahmen teil. Caputova entschuldigte sich in einer emotionalen Ansprache als Staatsoberhaupt: «Verzeihen Sie, es tut mir leid, dass unsere Gesellschaft Ihre Nächsten nicht zu schützen vermochte.»

My thoughts are with the family & friends of the victims of yesterday’s horrific attack in Bratislava & everyone in the #LGBTIQ+ community affected by it.

Words can become weapons. Hate kills. As politicians, we must weigh every word we say before it’s too late.

📷 tasr pic.twitter.com/TuFtdAXC9l

— Zuzana Čaputová (@ZuzanaCaputova) October 13, 2022

Am Mittwochabend hatte ein 19-Jähriger vor dem queeren Lokal Tepláreň zwei junge Männer erschossen und eine Frau schwer verletzt (MANNSCHAFT berichtete). Anschliessend veröffentlichte er in digitalen Netzwerken Hassbotschaften und eine Art Manifest mit homofeindlichen und rechtsextremen Inhalten, ehe er sich selbst tötete.

Es tut mir leid, dass Sie sich als Mitglieder der LGBTIQ-Comunity in der Slowakei noch immer unerwünscht fühlen.

Medien machten Internethetze und herabwürdigende Politiker-Äusserungen gegen sexuelle Minderheiten in dem katholisch-konservativ geprägten Land mitverantwortlich für die Tat.


Die Demonstrant*innen legten Blumen am Tatort nieder und versammelten sich am Platz des Slowakischen Nationalaufstandes. Jubelnde Zustimmung der Versammelten erntete Caputova, als sie mit bewegter Stimme und sichtlich den Tränen nahe sagte: «Es tut mir leid, dass Sie sich als Mitglieder der LGBTIQ-Comunity in der Slowakei noch immer unerwünscht fühlen. Sie gehören zu uns und sind wertvoll für unsere Gesellschaft.»

Die Bevölkerung rief Caputova auf, sich gegen den Hass zusammenzuschliessen, der die Tat ermöglicht habe.

In Köln wurde ein 26-Jähriger homofeindlich beleidigt und verletzt. Die Polizei sucht Zeug*innen (MANNSCHAFT berichtete).



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