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Polens Kommissar für Kinderrechte lügt über LGBTIQ

Mikołaj Pawlak behauptet, Lehrer*innen pumpten Kinder mit Drogen voll, um deren Geschlecht zu ändern

LGBTIQ
Mikołaj Pawlak (PiS) (Foto: Screenshot)

Der polnische Beauftragte für Kinderrechte behauptet, Sexualerzieher*innen pumpten Kinder mit Drogen voll, um deren Geschlecht zu ändern. Das ist glatt gelogen. Zurücktreten will Mikołaj Pawlak aber nicht.

Der polnische Kommissar für den Schutz der Kinderrechte, Mikołaj Pawlak, ist entschieden dagegen, dass es Sexualerziehung in der Schule gibt. Am Dienstag erschien er im Fernsehen. Seine Behauptung, dass Lehrer*innen Kindern Drogen gäben, um deren Geschlecht zu ändern, wurde von Faktenprüfer*innen widerlegt. Doch zurücktreten will der Mann nicht.

Pawlak wurde vom Journalisten Konrad Piasecki für TVN24 News interviewt und behauptete, Sexualerzieher*innen verabreichten ohne Zustimmung von Eltern oder Ärzt*innen jungen trans Kindern Hormontherapien.

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«Können Sie garantieren, dass die Sexualerzieher, die wir in 20.000 Schulen aufgenommen haben, keine solchen Inhalte verbreiten?» fragte der PiS-Politiker in der Fernsehsendung. «Wie zum Beispiel in Posen: Dort fangen sie ein Kind an einem vernachlässigten Ort und geben ihnen Medikamente, um ihr Geschlecht ohne Wissen und Zustimmung der Eltern und Ärzte zu ändern. Wir verhindern das!»

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Ein Gesetzesvorhaben in Polen will Menschen, die «Frühsexualisierung» betreiben, bis zu drei Jahre Haft androhen. Kritik von Liberalen: Hier solle Sexualerziehung verboten werden, indem diejenigen, die sie unterrichten, aber auch LGBTIQ-Aktivisten als Pädophile eingestuft werden (MANNSCHAFT berichtete).

In seinem Familienkonzept erkennt Pawlak den Grundsatz an, dass Kinder Eigentum ihrer Eltern sind, und streitet für das Recht der Eltern, Kinder «nach ihren eigenen Überzeugungen» zu erziehen. Das Recht der Kinder auf Sexualerziehung nennt er «pervers».

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Journalist Piasecki bat ihn, seine Behauptung zu wiederholen, und Pawlak antwortete voller Überzeugung: «Diese Situation ist passiert. Es wurde kürzlich in den Medien darüber berichtet.» Pawlak findet zudem, dass «die Idee von LGBT dem polnischen Verständnis von Patriotismus widerspricht» und jungen Menschen ihre Werte und ihre Würde nähmen.

Der Abgeordnete Paweł Kowal von der Civic Coalition (die bei der Präsidentschaftswahl Dudas Herausforderer Rafal Trzaskowski unterstützte, der schliesslich knapp unterlag – MANNSCHAFT berichtete) nannte Pawlaks Behauptungen über die Hormonbehandlungen «Unsinn». Auch der Bürgermeister von Posen, Jacek Jaśkowiak, wies die Anschuldigungen zurück und warf dem Kommissar vor, zu lügen. Er sei ideologisch verbohrt, verstehe die Realität nicht, lüge und führe die Öffentlichkeit in die Irre.

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Laut dem unparteiischen Faktenprüfer Konkret24 gab es keine derartigen Berichte über Lehrer*innen für Sexualerziehung, die Kindern Hormone gäben. Und als TVN24 den Staatsanwalt von Posen kontaktierte und ihn aufforderte, die Behauptungen zu überprüfen, bestätigten sie, dass sie nichts dergleichen gehört hatten.

«Die Bezirksstaatsanwaltschaft in Posen erhielt keine Berichte über Sexualerzieher*innen, die angeblich während des Schulunterrichts Sexualhormone oder andere Pillen für Kinder anbieten», erklärte Łukasz Wawrzyniak, der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Der PiS-Politiker Mikołaj Pawlak ist ein Hardliner. Er ist nach einem Bericht von Mitte 21, einem Verein zur Förderung der Völkerverständigung und der Demokratie, Mitautor eines Gesetzes, das die Strafmündigkeit in Polen von 13 auf 10 Jahre reduzieren sollte. Als Beauftragter für Kinderrechte kündigte er zudem an, die Zahl der Selbstmorde unter Kindern zu reduzieren und den Zugang zu Pornografie einzuschränken. Er ist auch dafür, dass Teenager*innen in das Pädophilenregister eingetragen werden können – etwa wegen Textnachrichten mit erotischem Inhalt.

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