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Picknick mit Regenbogenfarben in der Türkei untersagt

Selbst eine bunte Maske war nicht erwünscht

Regenbogenfarben
Foto: Gözde Demirbilek /Kaos GL

Die türkischen Behörden haben laut Medienberichten ein Picknick anlässlich der sogenannten Pride-Week in einem zentralen Park in Istanbul untersagt.

Die Polizei habe Menschen, die Utensilien in den Regenbogenfarben mit sich trugen, am Dienstag zudem den Zutritt zum Park verwehrt, berichtete das Online-Medium bianet. Der Anwalt Levent Piskin schrieb etwa auf Twitter, er habe das Gelände nicht mit einer Maske in Regenbogenfarben betreten dürfen.

«Nimm die Maske ab und geh so rein, sagt mir die Polizei, die mir eigentlich eine Strafe aufbrummen müsste, wenn ich keine Maske trage», so der Anwalt.

Buradayız, Maçka Parkı’ndayız, gitmiyoruz!#PiknikYasaklanamaz
Fotoğraf: Gözde Demirbilek /Kaos GL pic.twitter.com/QFYfY9q2dx

— Kaos GL (@KaosGL) June 22, 2021

Der LGBTIQ-Verband Kaos GL teilte Bilder von Menschen im Park und schrieb dazu: «Wir sind hier, wir sind im Macka-Park, wir gehen nicht!» In der sogenannten Pride-Week organisieren LGBTIQ-Verbände zahlreiche Veranstaltungen. Das Picknick sollte in dem Rahmen stattfinden.


Letztes Jahr wies das Modeunternehmen LC Waikiki die Angestellten in einer E-Mail an, Kleidung mit LGBTIQ-Symbolen von der Ladenfläche zu entfernen (MANNSCHAFT berichtete).

LGBTIQ-Anliegen haben in der türkischen Gesellschaft nach wie vor einen schweren Stand. In den vergangenen Jahren wurden Pride Paraden wiederholt verboten und gewaltsam aufgelöst. Das unbestätigte Gerücht über eine schwule Rolle in einer türkischen Netflix-Produktion löste im Frühjahr 2020 einen Sturm der Entrüstung aus (MANNSCHAFT berichtete).

Der Umgang der Türkei mit ethnischen und sexuellen Minderheiten beschäftigt den türkischen Schriftsteller Barbaros Altug immer wieder. «Ich glaube, es gibt in der Türkei eine tief verinnerlichte Überzeugung, dass man Minderheiten einfach umbringen kann, wenn sie einem nicht passen – ob Frauen, LGBTIQ, Alevit*innen, Kurd*innen oder Armenier*innen», sagt er gegenüber MANNSCHAFT.



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