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FIFA-Präsident Gianni Infantino wiedergewählt: «Ich liebe euch alle!»

Norwegen und Deutschland haben ihn nicht unterstützt

Gianni Infantino
FIFA-Präsident Gianni Infantino (Bild: Tom Weller/dpa)

Auch beim FIFA-Kongress in Kigali soll über Menschenrechte diskutiert werden. Treibende Kraft ist der norwegische Fussball-Verband. Dessen Präsidentin Klaveness ist deutliche Kritikerin.

Der norwegische Fussball-Verband fordert von der FIFA beim Kongress an diesem Donnerstag in Kigali eine ausführliche Stellungnahme zur Verantwortlichkeit in Menschenrechtsfragen. Der Verband mit FIFA-Kritikerin Lise Klaveness an der Spitze hat für die Vollversammlung in Ruanda einen entsprechenden Antrag eingereicht. Das Menschenrechtsthema war vor und während der Weltmeisterschaft in Katar insbesondere auch in Deutschland vermehrt aufgekommen (MANNSCHAFT berichtete), der WM-Gastgeber stand international zeitweise massiv in der Kritik.

Der norwegische Verband fordert in dem Antrag eine Diskussion speziell über die Verantwortung der FIFA in Katar sowie eine Debatte darüber, wie der Weltverband seiner Verantwortung bei kommenden Turnieren nachkommen wolle. Weil die FIFA sich nach Angaben der Kritiker*innen in diesen Fragen wenig auskunftsfreudig gezeigt hatte, verweigerten der Deutsche Fussball-Bund, der norwegische und der schwedische Verband FIFA-Präsident Gianni Infantino die Unterstützung bei dessen Wiederwahl.

Alle, die mich lieben, alle die mich hassen, ich weiss, es gibt da ein paar – ich liebe euch alle.

Dennoch wurde der 52 Jahre alte Schweizer zum insgesamt dritten Wahl an die Spitze gewählt, er tritt seine zweite vollständige Amtszeit an. Die Abstimmung erfolgte in der BK Arena der ruandischen Hauptstadt per Akklamation – die Delegierten zeigten mit Applaus ihre Zustimmung, Infantino war der einzige Kandidat.


«Alle, die mich lieben, alle die mich hassen, ich weiss, es gibt da ein paar – ich liebe euch alle», sagte Infantino nach seiner Wahl. FIFA-Generalsekretärin Fatma Samoura erwiderte umgehend: «Wir lieben Sie, Präsident.» Infantino kündigte an, weiter hart zu arbeiten, «um die Welt des Fussballs zu vereinen».

«Wir haben in den vergangenen Wochen zu verschiedenen Fragestellungen von der FIFA keine oder nur unzureichende Informationen erhalten», hatte DFB-Präsident Bernd Neuendorf am Mittwoch einer Mitteilung zufolge gesagte. Der Weltverband FIFA müsse «im Umgang mit den nationalen Verbänden deutlich offener und transparenter werden. Sie sollte im eigenen Interesse erklären, wie und warum bestimmte Entscheidungen zustande kommen und wer an ihnen mitgewirkt hat. Das ist zuletzt nicht immer der Fall gewesen.»

Die Vorschläge der Mitgliedsverbände zur Kongress-Agenda sind unter Punkt zehn der Tagesordnung zu finden – nach der Präsidentschaftswahl.



Amnesty kritisiert Vergabe der Club-WM nach Saudi-Arabien scharf


Noch in Katar hatte Infantino bekräftigt, dass es einen Entschädigungsfonds für die Gastarbeiter in Katar geben und eine Gewerkschaftsvertretung in Doha aufgebaut werde. Über die Fortschritte wurde bislang kaum informiert. Kritiker*innen gehen die Massnahmen in Katar zudem nicht weit genug. Für die WM 2030 will sich dem Vernehmen nach auch Saudi-Arabien bewerben, das Land wird noch deutlicher als Katar wegen Menschenrechtsverstössen kritisiert.

Klaveness hatte beim FIFA-Kongress vor knapp einem Jahr in der katarischen Hauptstadt Doha angesichts der Menschenrechtslage in dem Emirat deutliche Kritik am Weltverband und am Ausrichter der WM 2022 geübt.


«Heute fühle ich mich schwul» – Kritik an FIFA-Chef Infantino. Die Menschenrechts­organisation Amnesty International hat mit deutlicher Kritik auf Gianni Infantinos Pressekonferenz vor der Fussball-WM in Katar reagiert (MANNSCHAFT berichtete).


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