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Junge SVP hat ein neues Hassobjekt: ESC-Star Nemo

«Grösste Diskriminierungspartei in der Schweiz», heisst es auf X/Twitter

SVP
Fotokombi: JSVP & Pixabay (Gesicht des Täters durch unsere Redaktion gepixelt)

Die Junge SVP stellt einen mutmasslich islamistischen Attentäter mit dem ESC-Star Nemo gleich.

Vor einem Monat stellte die Junge SVP ihre Kampagne gegen «islamistischen und woken Antisemitismus» vor. Doch der Kanton Basel-Stadt stoppte die Pläne. Zu sehen auf den Plakaten: ein vermummter Messerstecher und eine Person mit Regenbogenschal und Spraydose. Dies wurde von der Verwaltung als «diskriminierend» eingestuft.


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Die JSVP ist die Jungpartei der Schweizerischen Volkspartei, in der man sonst gegen das Gendern wettert, gegen trans Politikerinnen hetzt (MANNSCHAFT berichtete) oder ein queeres Schulprojekt stoppen will (MANNSCHAFT berichtete).


Nun holt die Junge SVP zu einem neuen Schlag aus und teilt auf X (ehemals Twitter) eine neue Version des Plakats. Darauf zu sehen: Der mutmasslich islamistische Attentäter, der vergangene Woche in Mannheim bei einer Veranstaltung der islamkritischen Bewegung Pax Europa (BPE) sechs Männer mit einem Messer verletzte, darunter einen 29-jährigen Polizisten, der am Sonntag seinen Verletzungen erlag. Neben dem Bild des Täters: ESC-Star Nemo. «Wir können weiterhin die Augen vor den tatsächlichen Geschehnissen verschliessen oder wir können anfangen, für den Erhalt unserer Freiheit zu kämpfen!», schreibt die JSVP dazu.

Der untere Teil des auf X geteilten Bilds inklusive Nemo soll als neues Plakat-Motiv dienen.

Unser Plakatsujet versus die Realität:

Wir können weiterhin die Augen vor den tatsächlichen Geschehnissen verschliessen oder wir können anfangen, für den Erhalt unserer Freiheit zu kämpfen!#esc #mannheim

🔥 Jetzt mitmachen bei der @jungesvp: https://t.co/cr6Zmr3Dy4 pic.twitter.com/5zNwnmBZf6

— Junge SVP Schweiz (@jungesvp) May 31, 2024

Mit dem Post wolle man ausdrücken, dass das in Basel verbotene Plakat und sein Inhalt «leider nichts anderem als der Wahrheit entspricht und innerhalb nur eines Monats von der Realität eingeholt wurde», so Nils Fiechter, Präsident der Jungen SVP, zu 20 Minuten. Darum wolle man die Plakat-Version mit dem Täter aus Mannheim und dem «woken, nonbinären Nemo» verwenden. Beide, so die absurde Sicht der JSVP, bedrohten gleichermassen die Freiheit.


Bei X hagelt es Kritik in den Kommentarspalten: «Uuuh, seid ihr gruusig. Krass wie sich die @jungesvp gerade aus dem demokratischen Rennen nimmt. Diese Art von Primitivbotschaften erinnert an eine ganz dunkle Zeit in Europa», lautet ein Kommentar.

Ein anderer schreibt: «Eure Niveaulosigkeit ist kaum zu überbieten.» Und in einem weiteren Kommentar heisst es: «Eine non-binäre Person, die sich einzig die Freiheit wünscht, in der Gesellschaft akzeptiert zu werden, ist ein Angriff auf die Freiheit? Gröschti Rassiste und Diskriminierigspartei ide Schwiz sind ihr.»

Die Junge SVP dagegen betrachtet Nemo «als Sinnbild für woke linke Kreise, die ihren Mitbürgern ihre eigene Ideologie und Sprache aufdiktieren wollen», so Fiechter. Dies zeige sich auch dadurch, dass Nemo mit Bundesrat Beat Jans ins Kontakt ist, um das Anliegen eines dritten Geschlechts zu besprechen (MANNSCHAFT berichtete).

«Ich finde das wirklich krass», meint Juso-Präsident Nicola Siegrist laut 20 Minuten zum Anti-Nemo-Plakat. Der ESC-Act stehe für die Demokratie und Freiheit ein und repräsentiere diese als Person auch selbst. «Nemo kämpft für eine Freiheit, die die Junge SVP ablehnt – stattdessen setzen sie Nemo mit einem mutmasslichen islamistischen Attentäter gleich. Das geht überhaupt nicht», so Siegrist. Wer wirklich für Freiheit einstehen und kämpfe wolle, müsse sich gegen die Hetze der JSVP und ihrer rechtsextremen Freunde der «Jungen Tat» stellen – einer rechtsextremen politischen Gruppierung in der Deutschschweiz, die der Identitären Bewegung und der Neuen Rechten zugerechnet wird.

Wie die Jungpartei der SVP mit queeren Menschen umgeht, konnte man auch schon in St. Gallen erleben: Die Besucher*innen der Pride wurden in einem Videobeitrag verhöhnt und blossgestellt (MANNSCHAFT berichtete).


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